ArchivDeutsches Ärzteblatt26/2007Mikroskopisch kontrollierte Chirurgie bei malignen Hauttumoren: MKC bei Rezidivtumoren zwingend

MEDIZIN: Diskussion

Mikroskopisch kontrollierte Chirurgie bei malignen Hauttumoren: MKC bei Rezidivtumoren zwingend

Dtsch Arztebl 2007; 104(26): A-1922 / B-1699 / C-1635

Tischendorf, Lutz

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Die Autoren haben eine Lanze für die operative Behandlung der Basalzellkarzinome (BCC) gebrochen. Eigene Analysen (1, 2, 3) mit pathohistologischen Nachbefundungen und exakten Verlaufsbeschreibungen von über 20 Jahren nach der Life-table-Methode zeigen, dass der tumorfreie Absetzungsrand, der R0-Befund, das entscheidende prognostische Kriterium bei den BCC ist. Beim R0-Befund liegt die Wahrscheinlichkeiten für Tumorrezidive für 15 Jahre bei 1,8 %, bei Infiltration der Absetzungsränder (R1) bei dem 20-fachen (48 %). Rezidive haben eine 6-fach schlechtere Prognose als unvorbehandelte Basaliome (6 % versus 36 %). Konservative Therapieansätze führen zu Rezidiven, deren Grenzen schwer beurteilbar sind. Insofern ist die mikroskopisch kontrollierte Chirurgie (MKC) ein Weg zu einem rezidivsicheren Verlauf. Die folgenden Punkte bleiben offen:
- Welche Methode der MKC ist für welche Situation zu bevorzugen?
- Sind Gefrierschnitte ausreichend zuverlässig zur Bewertung des R1-Befundes?
- Wie groß soll der primäre Sicherheitsabstand gewählt werden?
- Ist basal eine sichere Beurteilung möglich?
- Wann muss die MKC mit einer verzögerten Defektabdeckung einhergehen?
Ich sehe die MKC als zwingend an bei Rezidivtumoren, besonders nach konservativer Erstbehandlung, bei Defekten, die nur aufwendig gedeckt werden können, sowie bei fibrosierten Basaliomen. In dem Artikel wurde erwähnt, dass bei der MKC ein minimaler Exzisionsabstand gewählt werden könne, was zu besseren kosmetischen Ergebnissen führe. Darum geht es bei der MKC nicht. Die Rezidivprophylaxe ist vordergründig. Mit Methoden der Defektabdeckung sind hervorragende Ergebnisse erreichbar, ohne dass ein erhöhtes Rezidivrisiko wegen zu knappem Sicherheitsabstand oder durch den Einsatz konservativer Methoden entstehen muss.

Dr. med. habil. Lutz Tischendorf
Praxis für MKG-Chirurgie
Niemeyerstraße 23
06110 Halle/Saale
1.
Tischendorf L: Kliniksbezogene retrospektive Studie zum Wandel von Prognose und prognostisch relevanten Faktoren operativ behandelter Mund-, Kiefer- und Gesichtstumoren zwischen 1948 und 1982. Dissertation B, Halle 1991.
2.
Tischendorf L: Kritische Beurteilung der chirurgischen Therapie der Basaliome. Vortrag 23. Jahrestagung des Deutsch-Österreichisch-Schweizer Arbeitskreises für Tumoren im Kiefer-Gesichtsbereich (DÖSAK) "Basaliome des Gesichtes". Berlin 16. 11.1992.
3.
Tischendorf L: R1 Befund beim Basaliom. Mythos und Realität. Vortrag 35. Jahrestagung des Deutsch-Österreichisch-Schweizer Arbeitskreises für Tumoren im Kiefer-Gesichtsbereich DÖSAK. Essen 16. 11. 2004
1.Tischendorf L: Kliniksbezogene retrospektive Studie zum Wandel von Prognose und prognostisch relevanten Faktoren operativ behandelter Mund-, Kiefer- und Gesichtstumoren zwischen 1948 und 1982. Dissertation B, Halle 1991.
2.Tischendorf L: Kritische Beurteilung der chirurgischen Therapie der Basaliome. Vortrag 23. Jahrestagung des Deutsch-Österreichisch-Schweizer Arbeitskreises für Tumoren im Kiefer-Gesichtsbereich (DÖSAK) "Basaliome des Gesichtes". Berlin 16. 11.1992.
3.Tischendorf L: R1 Befund beim Basaliom. Mythos und Realität. Vortrag 35. Jahrestagung des Deutsch-Österreichisch-Schweizer Arbeitskreises für Tumoren im Kiefer-Gesichtsbereich DÖSAK. Essen 16. 11. 2004

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige