ArchivDeutsches Ärzteblatt26/2007Mikroskopisch kontrollierte Chirurgie bei malignen Hauttumoren: Schlusswort

MEDIZIN: Diskussion

Mikroskopisch kontrollierte Chirurgie bei malignen Hauttumoren: Schlusswort

Dtsch Arztebl 2007; 104(26): A-1923 / B-1700 / C-1636

Breuninger, Helmut

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LNSLNS Beide Diskussionsbeiträge stellen die Frage zum primären Exzisionsabstand. Die Grafik 2 in unserem Beitrag zeigt, dass man mit großem zirkulärem Abstand häufiger, keinesfalls immer, tumorfreie Schnittränder erhält. Meist bedeutet dies jedoch eine Übertherapie. Die lückenlose Darstellung aller Schnittränder, selbstverständlich auch die der Unterseite (3D-Histologie), mit dem hoch sensitiven Nachweis peripherer, infiltrativer Tumoranteile, kann unabhängig vom Exzisionsabstand immer angewandt werden, außer bei Knocheninfiltration. Die hohe Sensitivität schützt bei großen und kleinen Abständen vor Rezidiven, weil man exklusiv an den tumorpositiven Abschnitten bis zum Nachweis der Tumorfreiheit nachoperiert.
Zur Diskussion des Aufwandes möchten wir Folgendes darlegen: Die Aufarbeitung für die 3D-Histologie dauert bei nativen Exzidaten bis 20 mm Durchmesser durchschnittlich 30 sec länger als bei konventioneller, bei Exzidaten 20 bis 30 mm ist sie gleich lang und bei solchen über 30 mm dauert die konventionelle Aufarbeitung länger und weist zudem erhebliche diagnostische Lücken auf. Der Material- und Untersuchungsaufwand ist für beide gleich.
Patienten mit Basalzellkarzinomen sind im Schnitt 60 nicht 70 Jahre alt (Plattenepithelkarzinom 70 Jahre), stehen also noch oft im Berufsleben. Eine gezielte mehrschrittige Eradikation schont so sinnvoll gesunde Haut und verursacht kleinere Defekte. Kleinere Defekte führen nach Regeln der plastischen Rekonstruktion, die selbstverständlich voll beherrscht werden müssen, zu kleineren Narben. Mehrere Operationsschritte werden mit der schmerzarmen automatisierten Lokalanästhesie selbst von Kindern (mehrzeitige Nävusexzisionen) sehr gut toleriert (1, 2). Modernes Wundmanagement vermindert die Infektionsgefahr. Ob das Paraffinschnittverfahren (minimal 20 h Wartezeit) oder das Kryostatverfahren angewandt wird, ist Erfahrungssache. Letzteres braucht sehr viel Erfahrung, ist personalaufwendiger und nicht für alle im Beitrag genannten Tumorentitäten ausreichend.

Prof. Dr. med. Helmut Breuninger
Universitäts-Hautklinik
Liebermeisterstraße 25
72076 Tübingen
1.
Breuninger H, Schimek F, Heeg P: Subcutaneous infusion anesthesia with diluted mixtures of prilocain and ropvacain. Langenbecks Arch Surg 2000; 385: 284–9. MEDLINE
2.
Möhrle M, Breuninger H: Dermatosurgery of children of subcutaneous infusion anesthesia (SIA) with prilocaine and ropivacaine. Pediatric Dermatology 2001; 18: 469–72. MEDLINE
1. Breuninger H, Schimek F, Heeg P: Subcutaneous infusion anesthesia with diluted mixtures of prilocain and ropvacain. Langenbecks Arch Surg 2000; 385: 284–9. MEDLINE
2. Möhrle M, Breuninger H: Dermatosurgery of children of subcutaneous infusion anesthesia (SIA) with prilocaine and ropivacaine. Pediatric Dermatology 2001; 18: 469–72. MEDLINE

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