ArchivDeutsches Ärzteblatt12/1997Gold und Silber,Eisen und Zinn

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Gold und Silber,Eisen und Zinn

Burkart, Günter; TF

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LNSLNS Mit Porzellan, Glas und Textilien reicht die industrielle Vergangenheit des Fichtelgebirges noch bis in unsere Zeit. Dagegen ist der Bergbau völlig zum Erliegen gekommen; dabei waren Gold, Silber, Eisen und Zinn früher beachtliche Wirtschaftsfaktoren, und man bemüht sich heute, durch Bewahrung und Restaurierung des noch Vorhandenen daran zu erinnern. So führt der "Alexander-von- Humboldt-Lehrpfad" von Goldkronach aus an 40 früheren Bergbaueinrichtungen vorbei, die bis aufs frühe 15. Jahrhundert zurückreichen; Humboldt war von 1793 bis 1796 in diesem Revier als preußischer Bergbeamter tätig. Der "Schmutzlerstollen" ist seit zehn Jahren auf 35 Meter Länge wieder begehbar. Touristen können sich hier auch als Goldwäscher betätigen; mit etwas Glück finden sich noch "Goldflinserl" mit einem zehntel Millimeter Durchmesser.
Am Ochsenkopf wurden Silber und Eisenglimmer abgebaut, immerhin in ausreichenden Mengen für einen Hochofen, der 1602 errichtet wurde. 1614 kam ein Blechhammer hinzu. Erst die Industrialisierung in anderen Teilen Deutschlands machte dem Bergbau am Ochsenkopf 1859 ein Ende.
Um Tröstau schließlich wurde jahrhundertelang Zinn abgebaut. Einer seiner wichtigsten Verwendungszwecke war das Verzinnen von eisernen Löffel-Rohlingen, als mit wachsendem Wohlstand hölzerne Löffel außer Gebrauch kamen. Ein neun Kilometer langer geologisch-historischer Lehrpfad führt von Leupoldsdorf aus zu etwa 30 Erinnerungspunkten an die Zinnindustrie, darunter das 90 Hektar bedeckende Abbaugebiet "Zinngraben" und eine Zinnschmelzhütte, die allerdings ab 1776 nur 50 Jahre lang im Betrieb war. TF/gb


(Unter dem Stichwort "Drüber & Drunter" gibt es Broschüren zur Bergbaugeschichte und Tourenvorschläge bei der Tourist Information Fichtelgebirge, Bayreuther Straße 4, 45686 Fichtelberg, Tel 0 92 72/62 55.)

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