ArchivDeutsches Ärzteblatt12/1997Osteoporose-Kombinationstherapie: Vitamin D und Kalzium hochdosiert

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Osteoporose-Kombinationstherapie: Vitamin D und Kalzium hochdosiert

Petersen, Ursula

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LNSLNS Bereits 1992 hat Professor P. J. Meunier (Lyon) in einer Interventionsstudie an mehr als 3 200 älteren Frauen nachgewiesen, daß die Substitution von 1 200 mg Kalzium kombiniert mit 800 I. E. Vitamin D3 das Risiko einer Schenkelhalsfraktur um 43 Prozent senkt.
Der chronische Vitamin-D-Mangel stellt, so Professor R. Bouillon (Leuven) auf der Fachpressekonferenz in Lyon, einen starken Risikofaktor für beschleunigten Knochenverlust dar. Die hohe Dosierung Kalzium mit Vitamin D kann dem sekundären Hyperparathyreoidismus entgegenwirken: Bei einer Vitamin-D3Unterversorgung wird vermehrt Parat-hormon in den Nebenschilddrüsen gebildet, das dafür sorgt, daß immer genügend Kalzium im Blut vorhanden ist. Bei entsprechendem Mangel wird dann durch das Parathormon Kalzium im Skelett abgebaut, um einen ausreichenden Kalziumspiegel im Blut zu erhalten. Fast gleichzeitig mit dem Termin der Einführungskonferenz in Lyon lag die Zulassung für Ossofortin® forte (600 mg Kalzium plus 400 I.E. Vitamin D3), das neue Kombinationspräparat des Unternehmens Strathmann, vor. Mit nur zwei Kautabletten täglich wird die optimale Dosierung zur Therapie und Prophylaxe der Osteoporose erreicht.

Auch Männer sind betroffen
Es ist, wie Meunier dokumentierte, nie zu spät, eine Schenkelhalsfraktur zu verhindern. Die gefundene Dosis kann selbst bei 80jährigen die Knochenmasse noch steigern. Meunier behandelte mit 1 200 mg Kalzium und 800 I.E. Vitamin D3 täglich. Nach drei Jahren bestätigten sich die Daten, Schenkelhalsfrakturen zu reduzieren, eindrucksvoll.
Das Risiko der Osteoporose ist nicht nur ein weibliches Problem, wenngleich die Rate der Frakturen bei den Frauen nach der Postmeno-pause ungleich höher liegt. Man schätzt, so Prof. J. D. Ringe (Leverkusen), daß bis zu zehn Pro-zent der Osteoporosefälle Män-ner sind. Bei Frauen gilt eine angemessene Kalzium-Vitamin-DSupplementation heute als Basistherapie der Osteoporose.
Bisher gebe es nicht genügend Daten, um dieselbe Empfehlung auch für Männer zu unterstützen, bedauerte Ringe. Eine vielversprechende Indikation der neuen fixen Kombination für Männer könnten die Therapie der senilen Osteoporose und die Prävention der Oberschenkelhalsfraktur sein; denn immerhin 22 Prozent der Oberschenkelhalsbrüche betreffen das männliche Geschlecht.
Die Verträglichkeit des neuen hochdosierten Kombinationspräparates wird als gut eingestuft. Die Diskussion über die Möglichkeit der Bildung von Nierensteinen sei nichtig. Ringe erläuterte, daß die häufigsten Nierensteine (Oxalatsteine) sogar durch Kalzium verhindert würden. Ossofortin® forte wird seit 15. Februar angeboten. Ursula Petersen

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