ArchivDeutsches Ärzteblatt27/2007Rezeptpflichtige Arzneimittel: Informationsverbot in Europa soll fallen

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Rezeptpflichtige Arzneimittel: Informationsverbot in Europa soll fallen

Dtsch Arztebl 2007; 104(27): A-1946 / B-1722 / C-1658

Spielberg, Petra

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Jorgo Chatzimarkakis: Mehr Information stärkt die Compliance der Patienten. Foto: picture-alliance/epa
Jorgo Chatzimarkakis: Mehr Information stärkt die Compliance der Patienten. Foto: picture-alliance/epa
Die Europäische Union (EU) will Pharmaunternehmen künftig gestatten, Patienten über verschreibungspflichtige Arzneimittel zu informieren. Dies ist bislang ebenso wie die Werbung für solche Präparate verboten. Eine EU-Richtlinie von 2004 erlaubt den Herstellern nur, Informationen über frei verkäufliche Produkte zu verbreiten. Das Informationsverbot soll nun mit einer Neufassung der Richtlinie fallen, die die EU-Kommission 2009 vorlegen will. Das Werbeverbot soll hingegen weiter bestehen bleiben.
Die Europäische Verbraucherschützerorganisation BEUC kritisiert die Pläne der EU. „Es ist aus unserer Sicht nicht möglich, klar zwischen Information und Werbung zu trennen“, sagte deren Direktor Jim Murray. Dadurch bestehe die Gefahr, dass Patienten und Verbraucher in die Irre geführt würden. Der liberale Europaabgeordnete Dr. Jorgo Chatzimarkakis spricht sich dagegen für eine Änderung der Richtlinie aus. Der Politiker hofft, dass mehr Informationen zu einer besseren Compliance der Patienten und langfristig zu Kosteneinsparungen führen. Vorrangiges Informationsmedium solle das Internet sein. Ein Verhaltenskodex soll zudem verhindern, dass die Pharmafirmen die neuen Informationsmöglichkeiten zu Werbezwecken missbrauchen. ps
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