ArchivDeutsches Ärzteblatt27/2007Weiterbildung: Aus eigener Erfahrung
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Denkt die KBV im Ernst, es fehle lediglich an „Werbung“ für den Beruf des Allgemeinmediziners? Das Problem liegt doch woanders: Ich bin im vierten Ausbildungsjahr in einer Inneren Klinik, hatte mich in etlichen Praxen beworben, da ich Allgemeinmedizinerin werden wollte. Keine Praxis konnte mir mehr anbieten als die 2 000 Euro brutto Förderungsbeihilfe. Brutto! Netto bliebe so wenig übrig, dass es nicht einmal meine monatlichen Fixkosten deckt, denn für meinen Berufstraum Arzt hatte ich, um meinen Eltern nicht auf der Tasche zu liegen, eine Studienendfinanzierung aufgenommen. Die ist erst zur Hälfte abbezahlt. Soll ich einen weiteren Kredit aufnehmen, um mir die beiden Praxisjahre finanzieren zu können? Und danach noch einen dritten Kredit, um mit einem riesigen Berg an Schulden in eine Praxis einzusteigen? In der Unsicherheit der aktuellen Situation, Stichwort Gesundheitsreform? Das wäre doch wirtschaftlicher Selbstmord. Also mache ich nun die Weiterbildung Innere, bekomme jeden Monat pünktlich meine 2 000 Euro netto (nicht brutto wie in der Praxis) und bin in zwei Jahren schuldenfrei – anstatt in fünf bis sieben Jahren ruiniert zu sein. Die Allgemeinmedizin braucht keine Werbung, sondern man muss es den jungen und oft noch durchs Studium verschuldeten Ärzten überhaupt erst wieder möglich machen, diesen Weg zu wählen, ohne sich dabei hoffnungslos finanziell zu übernehmen.
Dr. Barbara Gorißen, Zum Ehrenmal 25,
45897 Gelsenkirchen
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