ArchivDeutsches Ärzteblatt27/2007Blutprodukte: Ergänzungen
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Unseres Erachtens sind Ergänzungen zu diesem Artikel erforderlich . . . Inaktivierte gerinnungsaktive Präparate gab es in der BRD zwar bereits vor der Aidskatastrophe 1984 von der Firma Behring. Diese wurden aber nicht generell eingesetzt, weil die Virusinaktivierung erst nach dem Eklat gesetzlich vorgeschrieben wurde. Die fehlende Kontrolle der importierten Präparate durch die staatlich-verantwortlichen Stellen nach der Erkennung des Risikos bis zum Schließen der Sicherheitslücke durch eine klare Vorschrift war möglicherweise eine profitorientierte Nachlässigkeit. In der DDR wurden die Hämophilie-A-Patienten bis auf wenige Ausnahmen mit nicht inaktivierten Kryopräzipitaten, deren Ausgangsmaterial nach dem internationalen Stand der Labordiagnostik auf HIV und Hepatitisviren getestet wurde, behandelt. Da die gerinnungsaktiven Plasmafraktionen ausschließlich im Kleinstpoolverfahren hergestellt wurden (bei dem eine Inaktivierung aus biologischen und technischen Gründen nicht möglich war), die Spenderüberwachung durch die generell seit 1984/85 festgelegte HIV-Testung, HB-Antigen und Transaminasenscreening erfolgte, konnte die Wahrscheinlichkeit einer Virusübertragung sehr gering gehalten werden. Deshalb sind HIV-Infektionen in der DDR lediglich bei wenigen Patienten, die mit importierten nicht virusinaktivierten Großpoolpräparaten behandelt wurden, bekannt geworden. HCV-Übertragungen bei Blutern sind in der DDR möglich gewesen, weil die diagnostischen Möglichkeiten sich nur auf die Bestimmung der Transaminasen beschränkten und die wesentlich sichere PCR-Technik für die Routine nicht zur Verfügung stand . . .
Dr. sc. med. Gerd Machalett, Am See 15,
17089 Siedenbollentin
Dr. Karlheinz Wilms, Voßstraße 69, 18059 Rostock
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