ArchivDeutsches Ärzteblatt27/2007Medizinstudium: Aktuelle Entwicklungen
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Eine an den ärztlichen klinischen Aufgaben orientierte Lehre der makroskopischen Anatomie ist mit Nachdruck zu unterstützen. In Ergänzung zu diesem Artikel sind zwei aktuelle Entwicklungen von Bedeutung. Nach den 2006 erfolgten Tarifverhandlungen für Hochschulkliniken wird es bei einer so ausgeprägten Gehaltsdifferenz zwischen am Patienten und rein in der Forschung und Lehre tätigen Ärzten sicher noch schwerer werden, Ärzte für die Anatomie zu gewinnen. Diese sind jedoch für eine klinisch orientierte Ausbildung wie „Anatomie am Lebenden“ essenziell . . . Ein Blick in die USA zeigt, dass der an vier medizinischen Fakultäten zunächst u. a. aus theoretischen und finanziellen Gründen abgeschaffte „Präparierkurs“ auf Drängen der Studierenden wieder eingeführt wurde. Elektronische Medien, Lehrbücher und vorpräparierte Organe wurden als sinnvolle Ergänzung, aber nicht als Ersatz für das eigene Präparieren von Studierenden bewertet. Daraus sollten wir in Deutschland lernen. Bedauerlicherweise wird in dem Beitrag aus Lübeck allerdings nicht erwähnt, dass alle zentralen Elemente des beschriebenen Konzepts der Integration von Klinikern, Anatomie am Lebenden, Kurs im ersten Studienjahr etc. vor mehr als 20 Jahren an der Medizinischen Hochschule begonnen, kontinuierlich erweitert (z. B. Selbstuntersuchung der Brustdrüse durch H. Nave), evaluiert und publiziert wurden. In der internationalen Literatur wurde das Konzept als „ . . . the most complete, innovative program of clinically oriented anatomy education . . .“ charakterisiert. Der Seniorautor des Beitrags aus Lübeck war zu seiner damaligen Zeit an der MHH Mitautor einer internationalen Publikation dieses Konzepts. In vielen anatomischen Instituten in Deutschland gibt es schon seit Langem einzelne Hochschullehrer mit Engagement in einer klinisch-ärztlich orientierten Anatomieausbildung.
Literatur bei dem Verfasser
Prof. Dr. med. Reinhard Pabst,
Abteilung für Funktionelle und Angewandte
Anatomie, Medizinische Hochschule Hannover,
Carl-Neuberg-Straße 1, 30625 Hannover
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