ArchivDeutsches Ärzteblatt27/2007Ätiologie und Prävention des Harnblasenkarzinoms: 4-Chloro-o-toluidin als Humankanzerogen

MEDIZIN: Diskussion

Ätiologie und Prävention des Harnblasenkarzinoms: 4-Chloro-o-toluidin als Humankanzerogen

Dtsch Arztebl 2007; 104(27): A-1998 / B-1764 / C-1700

Stasik, Mroslaw Jan

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS In dem Übersichtsartikel haben Golka und Koautoren 4-Chloro-o-toluidin (4-COT) unter beruflichen Risikofaktoren nur am Rande erwähnt. Als Ergänzung: 4-COT wurde seit 1927 in Deutschland im großtechnischen Maßstab als flüssige „Echrot-TR-Base“ oder Hydrochlorid hergestellt. Es war weltweit Ausgangsprodukt für die Produktion von Textilfarbstoffen, Pigmenten und Pflanzenschutzmitteln, wie beispielsweise Chlordimeform. Der Nachweis, dass auch ein monozyklisches aromatisches Amin, das 4-Chlor-o-toluidin, Harnblasenkrebs verursachen kann, gelang erst in den 1980er-Jahren. In einer Kohortenstudie stellte ich bei Arbeitern, die 4-COT produzierten, fest, dass die Standardinzidenzrate (SIR) für Harnblasenkarzinome 72,7-mal höher als erwartet war und den Inzidenzraten bei Exposition gegenüber kanzerogenen polyzyklischen aromatischen Aminen entspricht (1).
Die Komission zur Prüfung gesundheitsschädlicher Abeitsstoffe der Deutschen Forschungsgemeinschaft hat aufgrund unserer Ergebnisse 4-COT als Humankanzerogen eingestuft.

Dr. med. Mroslaw Jan Stasik
Kranichweg 2
65527 Niedernhausen
1.
Stasik MJ: Carcinomas of the urinary blader in a 4-chlor-o-toluidine cohort. Int Arch Occup Environ Health 1988; 60: 21–4.
1. Stasik MJ: Carcinomas of the urinary blader in a 4-chlor-o-toluidine cohort. Int Arch Occup Environ Health 1988; 60: 21–4.

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige