ArchivDeutsches Ärzteblatt27/2007FRANK SPIETH: Kontra statt Camping

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FRANK SPIETH: Kontra statt Camping

Dtsch Arztebl 2007; 104(27): A-2000 / B-1766 / C-1702

Rieser, Sabine

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Foto: Deutscher Bundestag/AOK Thüringen
Foto: Deutscher Bundestag/AOK Thüringen
„2006 will er in den Ruhestand gehen. Neben ausgedehnten Europareisen will er sich voll bei der Naturfreundejugend einbringen.“ So hat eine thüringische Zeitung die Zukunftspläne von Frank Spieth, damals Landesvorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes, geschildert, als er 55 Jahre alt war.
Heute, mit 60, ist er zwar noch Vorstandsmitglied bei den Naturfreunden Thüringen. Doch statt mit dem Campingbus Europa zu bereisen, pendelt der gesundheitspolitische Sprecher der Bundestagsfraktion Die Linke zwischen seinem Abgeordnetenbüro in Berlin und Bürgerbüros in Erfurt und Weimar. Die Verbindung vom „Raumschiff Bundestag“ zu den Menschen vor Ort zu halten sei wichtig, betont Spieth, der in Erfurt lebt.
Geboren wurde er am 4. April 1947 in Wetzlar. Seine hessische Herkunft ist immer noch zu hören, wenn der gelernte technische Zeichner spricht. Dass er Ahnung hat vom Gesundheitswesen, liegt nahe. Schließlich ist Spieth Verwaltungsratsvorsitzender der AOK Thüringen und des dortigen MDK. Die dezidiert linken Ansichten des ehemaligen SPD-Mitglieds sind dabei nicht jedermanns Sache. Im Magazin „Blickpunkt Bundestag“ kritisierte der parteilose Spieth kurz vor der Verabschiedung der Gesundheitsreform Pläne, wonach „der Steuer zahlende Versicherte den privilegierten privat Versicherten auch noch die Kinderkrankenversicherung bezahlt“. SPD-Gesundheitspolitiker Peter Friedrich konterte: „Faktisch zahlen die 25 Prozent Bestverdiener 75 Prozent des Steueraufkommens.“
Spieth kann wettern, wirkt aber zunächst zurückhaltend. Seine Mitarbeiter haben ihm zum runden Geburtstag mit Hinweis auf einen Curd-Jürgens-Evergreen gratuliert: „60 Jahre – und kein bisschen leise.“ Gefeiert hat er, so wurde gemeldet, dennoch in Ruhe. Sabine Rieser
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