ArchivDeutsches Ärzteblatt27/2007Kulturkalender: Körper wie gewaschene Kieselsteine

KULTUR

Kulturkalender: Körper wie gewaschene Kieselsteine

Dtsch Arztebl 2007; 104(27): A-2003 / B-1769 / C-1705

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LNSLNS Alle vier Wochen stellt das Deutsche Ärzteblatt eine Auswahl von herausragenden Ausstellungen vor, die Sie nicht verpassen sollten.

Foto: The Henry Moore Foundation/Michel Muller
Foto: The Henry Moore Foundation/Michel Muller
Berlin
bis 21. Oktober:
Henry Moore und die Landschaft
Im Documenta-Sommer 2007 präsentiert das Museum für Gegenwartskunst „Haus am Waldsee“ in Zehlendorf mit Henry Moore einen der bedeutendsten Bildhauer des 20. Jahrhunderts. Dabei geht es um das Spätwerk des Briten aus den Jahren 1960 bis 1980, das sich mit dem Thema Landschaft beschäftigt. In dieser Zeit entstehen erstmals Moores berühmte mehrteilige „Liegende“ – Körper, die sich in Materie zurückzuverwandeln scheinen. Ihre zerklüftete Formation erinnert an Felsen oder an weich gewaschene Kieselsteine. Die unter der Schirmherrschaft von Altbundeskanzler Helmut Schmidt stehende Schau umfasst circa 35 plastische Werke aus Bronze und Gips sowie 50 Arbeiten auf Papier.
Haus am Waldsee, Argentinische Allee 30, täglich 11–18 Uhr

HAMBURG
bis 16. September:
Seestücke. Von Max Beckmann bis Gerhard Richter
Die Weite und Geheimnisse des Meeres üben seit jeher eine große Faszination auf Künstler aus. Die Ausstellung ist eine Fortsetzung der Schau „Seestücke. Von Caspar David Friedrich bis Emil Nolde“, die 2005 mit großer Resonanz gezeigt wurde. Der zweite Teil mit mehr als 100 Exponaten behandelt den späteren Zeitraum „Meer in der Kunst bis in die Gegenwart“. Darunter sind auch Lyonel Feiningers Gemälde der Meeresstille oder Gerhard Richters großformatige Meeresbilder.
Kunsthalle, Glockengießerwall, Di.–So. 10–18, Do. 10–20 Uhr

KARLSRUHE
bis 21. Oktober:
Thermocline of Art – New Asian Waves
Zu zeitgenössischer asiatischer Kunst haben wir vor dem Hintergrund unseres westlichen Kulturverständnisses oft keinen leichten Zugang. Der koreanische Kurator Wonil Rhee möchte uns mit der Ausstellung „Thermocline of Art“ eine Annäherung aus asiatischer Perspektive ermöglichen: 117 Künstler aus 20 Ländern – von Nah- bis Fernost, von Ost- und Zentralasien bis Vorderasien – setzen sich in Malerei, Installationen, Filmen, Videos, Fotografien und Objekten mit Themen wie Globalisierung und den Konflikten zwischen Tradition und Moderne auseinander. Neben international anerkannten Werken, die oftmals im Westen entstanden, sind auch zahlreiche Arbeiten von Nachwuchskünstlern zu sehen, die in ihren Heimatländern leben.
ZKM – Zentrum für Kunst und Medientechnologie, Lorenzstraße19, Mi.–Fr.
10–18, Sa./So. 11–18 Uhr

MAINZ
7. Juli bis 26. August:
Immendorff. Das Grafische Werk
Auf ganz eigene Weise verbindet der Maler aktuelle politische, gesellschaftliche und kulturelle Fragestellungen mit seiner persönlichen Identität als Künstler. Anhand von 460 Exponaten erhält der Besucher einen Überblick über Immendorffs grafisches Werk – Linoldrucke, Radierungen, Lithografien, Fotografien und Siebdrucke sowie Stempeldrucke und Buch-Cover-Entwürfe, die sich überwiegend durch große Formate und intensive Farbigkeit auszeichnen. Der Kasseler Kulturbahnhof zeigt zeitgleich zwölf Skulpturen von Immendorff.
Rheingoldhalle, Rheinstraße 66, täglich 10–19, Do. 10–20 Uhr

MÜNCHEN
20. Juli bis 7. Oktober:
Das ewige Auge.
Von Rembrandt bis Picasso
Ihre Sammlung ist in Fachkreisen weltberühmt: Der in der Schweiz lebende Kunsthändler Jan Krugier und seine Frau Marie-Anne Krugier-Poniatowski konzentrieren sich seit 1968 vor allem auf europäische Zeichnungen vom 15. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Aus ihrer Faszination für die häufig eher stillen Arbeiten auf Papier entstand eine sehr persönliche Sicht auf die Kunst. Davon überzeugen 250 Œuvres unter anderem von Bellini, Rembrandt, Goya, van Gogh, Cézanne, Klee, Picasso oder Matisse in der Kunsthalle München.
Kunsthalle, Theatinerstraße 8, tgl.10–20 Uhr

Foto: Dorine van der Klei/Museum Ludwig/VG Wort
Foto: Dorine van der Klei/Museum Ludwig/VG Wort
Der besondere Tipp
Auf der Suche nach der Wahrnehmung
Woher weiß ein Chamäleon, welche Farbe es annehmen soll? Wie die Flunder, deren Augen doch nach oben blicken, wann sie sich auf gleichfarbigem Untergrund befindet? Was geht zwischen Tier, Mensch und Pflanze vor? Nicht ein Wissenschaftler, sondern der Künstler Tomas Schmit (1943–2006) hat diese Fragen gestellt. In seinen Zeichnungen, Büchern und Editionen beschäftigte er sich mit Evolution, Gehirn- und Verhaltensforschung sowie der Wahrnehmung. Das Museum Ludwig in Köln widmet dem Fluxuspionier und Zeichner eine Werkschau aus 40 Jahren, die noch bis zum 29. Juli zu sehen ist.
Tomas Schmit: Können Menschen denken?; Museum Ludwig, Bischofsgartenstraße 1, Köln, Di.–So. 10–18 Uhr
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