ArchivDeutsches Ärzteblatt27/2007RFID-Technologie: Einsatz im Operationssaal

TECHNIK

RFID-Technologie: Einsatz im Operationssaal

Dtsch Arztebl 2007; 104(27): A-2006 / B-1771 / C-1707

EB

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Mit RFID-Chips ausgestattetes OP-Tuch. Ein stationäres Lesegerät liest die RFID-Tags der bereitgelegten Tücher. Foto: Siemens
Mit RFID-Chips ausgestattetes OP-Tuch. Ein stationäres Lesegerät liest die RFID-Tags der bereitgelegten Tücher. Foto: Siemens
Das Klinikum Rechts der Isar und Siemens IT Solutions and Services erproben gemeinsam Anwendungsmöglichkeiten der kontaktlosen Funkchip-Technologie RFID (Radiofrequenz-Identifikation) im Operationssaal. Seit März dieses Jahres werden bis zum Herbst zwei beispielhafte Einsatzszenarien getestet: RFID-Tags an OP-Tüchern und zur Identifikation des OP-Teams.
Eine Operation erfordert viele Geräte, OP-Textilien und Instrumente, wie zum Beispiel Skalpelle, Scheren, Tupfer oder Tücher. Es muss gewährleistet sein, dass die medizinischen Instrumente desinfiziert sind und im Operationssaal bereitliegen. OP-Textilien müssen in ausreichender Menge vorhanden sein. Mit RFID soll die gesamte Ausstattung bei einem chirurgischen Eingriff identifiziert, erfasst und dokumentiert werden. In dem ersten Testprojekt werden zunächst OP-Tücher mit RFID-Tags ausgestattet. Ein stationäres RFID-Lesegerät liest im OP-Saal die RFID-Tags der bereitgelegten Tücher und Tupfer. Ab dem Zeitpunkt der Entnahme aus dem Lager lassen sich die Tücher und Tupfer bis zur Entsorgung im Abfall lückenlos mit RFID verfolgen. OP-Textilien können nicht mehr verloren gehen.
Das zweite RFID-Testprojekt erfasst die einzelnen Akteure beim Zutritt in den Operationssaal. Jedes Teammitglied legt den Ausweis mit dem RFID-Transponder vor der chirurgischen Händedesinfektion an. Auf der Karte sind keine personenbezogenen Daten gespeichert, sondern nur rollenbezogene, wie Operateur oder Anästhesist. Erst nach Abschluss des Eingriffs, nach Verlassen des OP-Saals, gibt jedes Teammitglied den Ausweis zurück.
Sämtliche Informationen, wie Verlauf der Operationen oder verwendete Verbrauchsmaterialien, stehen über den OP-Planungsbildschirm zur Verfügung. Außerdem lässt sich die OP-Dauer exakt bestimmen, weil Anfang und Ende des chirurgischen Eingriffs erfasst werden. OP-Kapazitäten sollen sich dadurch optimal nutzen lassen. EB
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