ArchivDeutsches Ärzteblatt27/2007Änderung der Vereinbarung zu durchschnittlichen Verordnungskosten nach § 84 Abs. 7 a SGB V vom 19. September 2006

BEKANNTGABEN DER HERAUSGEBER: Kassenärztliche Bundesvereinigung - Bundes­ärzte­kammer

Änderung der Vereinbarung zu durchschnittlichen Verordnungskosten nach § 84 Abs. 7 a SGB V vom 19. September 2006

Dtsch Arztebl 2007; 104(27): A-2010 / B-1774 / C-1710

Kassenärztliche Bundesvereinigung

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LNSLNS Die nachfolgend beschriebene Änderung der Vereinbarung zu durchschnittlichen Verordnungskosten nach § 84 Abs. 7 a SGB V vom 19. September 2006 wurde aufgrund einer von den Vertragspartnern nicht vorhersehbaren Rechtsentwicklung auf dem DDD-Sektor erforderlich, die zu einer Veränderung der Ausgangsgrundlagen geführt hat.
Die Spitzenverbände der Krankenkassen und die Kassenärztliche Bundesvereinigung haben daher beschlossen, die Arzneimittelgruppe der Protonenpumpen-Inhibitoren vollständig in der Vereinbarung zu durchschnittlichen Verordnungskosten nach § 84 Abs. 7 a SGB V zu streichen.

Folgende Anpassungen der o. g. Vereinbarung werden hierzu vorgenommen:
- In den Rahmenvorgaben wird unter Punkt 3 Abs. 1 in der Aufzählung die Position 2 (Protonenpumpen-Inhibitoren [Omeprazol]) gestrichen. Die Nummerierungen der folgenden Positionen ändern sich entsprechend.
- In der Anlage 3.1 ff. wird die Spalte „2. PPI“ komplett herausgenommen.

Erläuterung:
1. Die Spitzenverbände der Krankenkassen und die Kassenärztliche Bundesvereinigung – nachstehend Bundesvertragspartner genannt – hatten mit der o. a. Vereinbarung sieben Arzneimittelgruppen festgelegt und für diese ein Verfahren zur Ermittlung der Mindestzielwerte sowohl für die Quote der vorrangig zu verordnenden Leitsubstanzen als auch für die durchschnittlichen Verordnungskosten dieser Arzneimittelgruppen vorgegeben. Die Bundesvorgaben zu den Durchschnittskosten sind maßgeblich für die regionalen Vertragspartner nach § 84 Abs. 1 SGB V, die eine Vereinbarung nach § 84 Abs. 7 a SGB V umsetzen.
Die Arzneimittelgruppen sind nach Anatomisch-Therapeutisch-Chemischer Klassifikation (ATC-Code) abgegrenzt; die durchschnittlichen Kosten der jeweiligen Arzneimittelgruppe je definierter Dosiereinheit sind auf der Basis der DDD (Defined Daily Dose – DDD) ermittelt worden. Die Klassifikationen werden vom Deutschen Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit gemäß § 73 Abs. 8 SGB V jährlich herausgegeben.
2. Die Bundesvertragspartner hatten mit der o. a. Vereinbarung auch Vorgaben für die Arzneimittelgruppe der Protonenpumpen-Inhibitoren getroffen. Zu dieser Arzneimittelgruppe weist die veröffentlichte DIMDI-Klassifikation DDD-Angaben sowohl nach den Veröffentlichungen der Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) als auch eigene hiervon abweichende Angaben für den deutschen Markt aus. Die Bundesvertragspartner hatten für das Jahr 2007 die DDD-Angaben der WHO in der Erwartung zugrunde gelegt, dass die Angaben aufgrund des vorliegenden Erkenntnismaterials und den Beratungen in der zuständigen Arbeitsgruppe des Kuratoriums für Klassifikationsfragen im Gesundheitswesen im Dezember 2006 vereinheitlicht werden. Dieser Erwartung wurde mit der zum 1. Januar 2007 veröffentlichten Version der amtlichen Klassifikation jedoch nicht entsprochen.
3. Angesichts der eingetretenen Entwicklung zu den Vertragsgrundlagen haben sich die Bundesvertragspartner darauf verständigt, die Vereinbarung zu durchschnittlichen Verordnungskosten nach § 84 Abs. 7 a SGB V dahingehend zu ändern, dass die Arzneimittelgruppe der Protonenpumpen-Inhibitoren vollständig gestrichen wird.
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