ArchivDeutsches Ärzteblatt28-29/2007Palliativmedizin: Neue Verträge in Nordrhein-Westfalen

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Palliativmedizin: Neue Verträge in Nordrhein-Westfalen

Dtsch Arztebl 2007; 104(28-29): A-2020

Hibbeler, Birgit

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Unheilbar Kranke sollen gut versorgt zu Hause sterben können. Foto: Superbild
Unheilbar Kranke sollen gut versorgt zu Hause sterben können. Foto: Superbild
Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Nordrhein und die KV Westfalen-Lippe haben mit den Ersatzkassen in Nordrhein-Westfalen (NRW) Vereinbarungen für eine palliativmedizinische Versorgung im häuslichen Umfeld geschlossen. Die Versorgungsverträge treten zum 1. Juli in Kraft und sollen gewährleisten, dass unheilbar Kranke gut versorgt zu Hause sterben können. Damit ist NRW nach Angaben der Vertragspartner das erste Bundesland, in dem Palliativversorgung flächendeckend gesichert wird. Die Versorgung soll von Haus- und Fachärzten sowie von konsiliarisch tätigen qualifizierten Palliativärzten übernommen werden. Die Vergütung der Mehrleistungen erfolgt extrabudgetär.
In NRW gibt es rund 17 000 Palliativpatienten, die eine besondere Versorgung benötigen, 5 200 sind bei einer Ersatzkasse versichert. „Gegenwärtig werden rund 70 Prozent dieser Patienten im Krankenhaus versorgt und nur 30 Prozent zu Hause. Dieses Verhältnis gilt es umzukehren“, sagt Sieghart Niggemann von den Ersatzkassenverbänden in NRW. Die allermeisten Menschen wünschten sich, zu Hause zu sterben. Basis dafür seien lokale Versorgungsnetze von qualifizierten Ärzten und Pflegediensten.
Die Verträge für Westfalen-Lippe und Nordrhein sind in den Grundzügen identisch, unterscheiden sich jedoch bei den qualitativen Teilnahmevoraussetzungen für Haus- und Fachärzte und bei der Vergütung. Der Hausärzteverband Westfalen-Lippe hat die dortige Vereinbarung abgelehnt. Die Begründung: Der zu erwartenden Leistungsverlagerung aus dem stationären in den ambulanten Sektor folgten nicht die erforderlichen Mittel. Der Verband lehnt darüber hinaus die stringente Einbindung eines qualifizierten Palliativarztes ab. KV-Sprecher Andreas Daniel bezeichnete diese Reaktion als „völlig unverständlich“. BH
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