ArchivDeutsches Ärzteblatt28-29/2007Kamingespräche unter Profis

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Kamingespräche unter Profis

Dtsch Arztebl 2007; 104(28-29): A-2078 / B-1834 / C-1770

Rombach, Reinhold

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LNSLNS Haben Sie schon mal einen Anlageberater erlebt, dem die Aktienkurse zu hoch waren und der deswegen zum Verkauf riet? Das ist mir persönlich in den letzten 20 Jahren kaum widerfahren. Meistens gibt es für viele Banker, egal, was der DAX gerade so hergibt, immer noch genügend Gründe, warum die Börse weiterläuft. Kein Wunder, ein happy gestimmter Kunde kauft die Titel lieber, als welche abzustoßen. Zu Nutz und Frommen der Bank, versteht sich.
Daher ist es wirklich recht interessant zu sehen, wie die Profis argumentieren, welche Weltsicht sie haben, wenn sie unter sich sind. So geschah es denn auch jüngst im mondänen Monte Carlo. Beim Fund Forum diskutierten rund 1 700 Teilnehmer über die Aussichten auf den Finanzmärkten.
Relativ einig waren sich die Experten über die Megatrends der kommenden Jahre, die auch weiterhin für stetige Erträge sorgen sollen. Einer dieser Pfeiler soll der nach wie vor starke Anstieg in Sachen privater Altersvorsorge sein, aber auch der weitere Boom bei Finanzinnovationen, wie Zertifikaten aller Art, dürfte für ein stabiles Geschäft sorgen.
Bloß, richtig konkret wurde es dann doch nicht. Zwar hielten einige der Auguren die Märkte für überhitzt, vor allem wegen der steigenden Zinsen. Andere sahen aber auch Chancen, vor allem auf den Immobilienmärkten weltweit. Beim Potenzial für die Aktienmärke blieben die Teilnehmer seltsam stumm, Ross und Reiter wurden nicht genannt.
Nahezu Einigkeit war hingegen bei der Haltung zu Hedgefonds festzustellen. Dort rechnen die meisten Fondsmanager mit massiven Problemen, wenn die Liquidität austrocknet, will heißen, wenn die Kreditvergabepraxis einerseits restriktiver wird und andererseits die Zinsen steigen. Dass etwa mittlerweile sogar ein amerikanischer Footballspieler einen eigenen Hedgefonds gegründet hat, zeigt nach Expertenmeinung überdies, dass sich die Branche in einem gefährlichen Fahrwasser befindet.
Bei Wein und Bier zu vorgerückter Stunde sollen sich dann doch etliche Profis hinter vorgehaltener Hand gewundert haben, dass es noch nicht zu größeren Kursverlusten an den Weltbörsen gekommen sei. Wie auch immer, die Verunsicherung bleibt. Aber das Niveau ist immerhin gestiegen.

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