ArchivDeutsches Ärzteblatt PP7/2007Internetrecherche zur Katathym-imaginativen Psychotherapie: Anregungen und Informationen

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Internetrecherche zur Katathym-imaginativen Psychotherapie: Anregungen und Informationen

PP 6, Ausgabe Juli 2007, Seite 315

Eichenberg, Christiane

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www.agkb.de
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Eine Auswahl empfehlenswerter Webseiten zum „katathymen Bilderleben“

Das in den 50er-Jahren von dem Psychiater Prof. Dr. med. Hanscarl Leuner (1921–1996, zur Kurzbiografie siehe www.maps.org/news-letters/v07n1/07146leu.html) als „katathymes Bilderleben“ begründete tiefenpsychologische Verfahren „katathym-imaginative Psychotherapie (KIP)“ wird weltweit von Psychotherapeuten, Ärzten und Heilpraktikern angewendet.
Der Begriff „katathymes Bilderleben“ geht auf den von H. Maier 1912 geprägten Begriff „katathym“ zurück (aus dem Griechischen: kata = gemäß; thymos = Seele, Gemüt). Der Begriff soll die Abhängigkeit bildhaft vorgestellter Vorgänge, wie z. B. Tagträume, von Affekten und Emotionen aufzeigen. Demnach spielen bei der Methode innere Bilder in Form von Imaginationen eine zentrale Rolle. Durch die Anwendung von Imagination kommt die bildhafte Symbolik des Tagtraums zum Vorschein, die diagnostisch genutzt wird, um unbewusste Konflikte zu erschließen. Ein weiteres Ziel ist es, frühkindliche Erfahrungen im Hinblick auf aktuelle Problemmuster bewusst zu machen und wiederzuerleben. Dies soll durch ein korrigierendes emotionales Erleben in Imagination und tagtraumhaften Innenbildern geschehen. KIP wird für Erwachsene, Kinder und Jugendliche sowie als Einzel-, Paar-, Gruppen- und Familientherapie angeboten.
Fachinformationen
Die „Arbeitsgemeinschaft für katathymes Bilderleben und imaginative Verfahren in der Psychotherapie e.V.“ (AGKB) (www.agkb.de) richtet sich mit ihrer Seite vor allem an Fachkreise, die an Weiterbildungsmaßnahmen in Deutschland interessiert sind. Der Verein bietet online eine Literaturliste, ein Diskussionsforum, einen Veranstaltungskalender und Listen von Therapeuten, die das Verfahren anwenden. Des Weiteren sind Programmhefte von Seminaren sowie Zusammenfassungen von Studien frei zum Download erhältlich. Die Webseite enthält auch einige Links zum Thema und kann als Ausgangspunkt für die weitere Recherche im Internet genutzt werden.
Über Aus- und Weiterbildung in Österreich informiert die Seite der „Österreichischen Gesellschaft für angewandte Tiefenpsychotherapie und allgemeine Psychotherapie“ (ÖGATAP) (www.oegatap.at). Online gestellt sind Kontaktadressen von KIP-Therapeuten, Literaturlis-ten und Verknüpfungen mit anderen Institutionen.
Die „Schweizer Arbeitsgemeinschaft für katathymes Bilderleben“ (SAGKB) versteht sich als Aus- und Weiterbildungsverein und veröffentlicht auf ihrer Internetseite eine Bibliografie zur KIP und Termine über Veranstaltungen in der Schweiz (www.sagkb.ch). Ebenso stehen Vorträge zum Download zur Verfügung.
Kontaktadressen von Therapeuten, die in Deutschland, Österreich und der Schweiz das katathmye Bilderleben anwenden, können ebenfalls über des Internet ermittelt werden. (www.praxis-info.ch/katathym. htm)
Die „Academy for guided imagery“ (AGI) ist die Fachvertretung in den USA*. Unter der Adresse (www.academyforguidedimagery. com) findet man neben englischsprachigen Literaturhinweisen, Ausbildungseinrichtungen in den USA und einem Forum auch einige Artikel zum Forschungsstand über die Effektivität der KIP bei verschiedenen Erkrankungen (zum Beispiel Angststörungen, Depression, Asthma, Allergien, Diabetes, Schmerzen im Zusammenhang mit Krebserkrankungen).
Eine Weiterentwicklung der katathym-imaginativen Psychotherapie stellt die Technik der sogenannten interactive guided imagery (IGI) dar. Der ganzheitliche Ansatz wird unter www.nightingalecenter.
com/guided.html ausführlich dargestellt.
Neben Weiter- und Fortbildungsmöglichkeiten findet der Interessierte im Internet auch eine Reihe von wissenschaftlichen Informationen. Manche Aufsätze sind als Abstracts einsehbar, andere kostenlos in der Vollversion. So ist ein Beitrag von Wilfried Dieter zur KIP in der Behandlung von Persönlichkeitsstörungen, speziell der Borderlinestörung, in der Zusammenfassung abrufbar. (www.springerlink.com/content/29w18xmxye80xtu3/) Gleiches gilt für einen Artikel von Leonore Kottje-Birnbacher zur Anwendung der KIP bei einer Kolitisbehandlung (www.springerlink.com/content/egap3y78g8lunfpp/). Im Jahr 2003 hat die Autorin auch in der Zeitschrift „Kontext“ (www.v-r.de/de/zeitschriften/00049), dem Organ der Deutschen Gesellschaft für Systemische Therapie und Familientherapie (DGSF), einen Beitrag zur Paartherapie mit katathym-imaginativer Psychotherapie publiziert. In diesem Artikel wird aufgezeigt, wie sich Muster des Umgangs innerhalb von Partnerschaften in gemeinsamen Imaginationen darstellen.
Einen Beitrag zu KIP und Selbstaufmerksamkeit und zur Effektivität von Imaginationen in der Psychotherapie findet man im Internet unter http://cogprints.org/2491/.
Marion Sonnenmoser fasst im Juli-Heft 2003 von PP die Indikationsbereiche der KIP zusammen und stellt insbesondere ihren Wert bei der Behandlung psychosomatischer Störungen heraus (www.aerzteblatt.de/v4/archiv/pdf.asp?id=37670).
Wer sich für die Anwendung der KIP bei Kindern interessiert, sei auf die Internetseite des approbierten Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten Dr. Horst Spaltmann (www.hypnon.de/files/katathym.html) oder auf das Buch „Psychotraumatologie und Katathym-imaginative Psychotherapie“, herausgegeben von Ulrich Bahrke und Wolfram Rosendahl, verwiesen. Unter www.pabst-publishers.de/Psychologie/Buecher/buch211i3.html ist das Inhaltsverzeichnis des Buchs einsehbar, in dem sich einige Kapitel speziell der Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit dieser Methode widmen. Inhaltsverzeichnis, Vorwort und Musterkapitel des Standardwerks „Katathym-imaginative Psychotherapie“ von Leuner in Zusammenarbeit mit Dr. Eduard Wilke sind auf den Webseiten des Thieme-Verlags abrufbar (www.thieme.de/detailseiten/9783134644067.html).
Forschungsprojekte
Im Internet wird auch über laufende Forschungsprojekte zur KIP informiert. An der Universitäts- und Poliklinik für Psychotherapie und Psychosomatik der Universität Halle-Wittenberg wird aktuell unter der Leitung von Dr. Ulrich Bahrke die Wirksamkeit ambulanter Behandlungen mit katathym-imaginativer Psychotherapie untersucht. Darin eingeschlossen werden die Hauptanwendungsbereiche wie affektive Störungen, Angststörungen, dissoziative und somatoforme Störungen (www.forschung-sachsen-anhalt.de, „Projekte“, „Suche“, Stichwort: „katathym“).
Dr. Michael Stigler, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, beschreibt den aktuellen Forschungsstand unter dem Titel „Ist KIP wirksam? Wenn ja – wodurch wirkt sie?“. Die Dokumentation kann im Volltext unter www.sagkb.ch/UserFiles/File/ Stigler_Forschung_zur_KIP_Feb_2006.pdf abgerufen werden.
Dr. Eberhard Wilke fasst die Bedeutung der KIP in einem retrospektiven Bericht über die Entwicklung des Verfahrens bis zu seinem heutigen Stellenwert zusammen und skizziert künftige Perspektiven, die auch die Zusammenarbeit mit benachbarten Verfahren mit einschließen (DÄ online, 19. August 2005, www.aerzte blatt.de/aufsaetze/0508).
Laiengerechte Informationen
Eine für interessierte Laien anschauliche Darstellung der Theorie, Anwendung und Indikation der KIP stellt Astrid Achatz, Diplom-Biologin und Fachtherapeutin nach dem Heilpraktikergesetz für katathym-imaginative Therapie, auf ihrer Webseite vor (www.therapiemit phantasie.de).
Über die kassenärztlichen Voraussetzungen für die KIP informiert der Facharzt für Neurologie und Facharzt für Psychotherapeutische Medizin, Dr. Martin Ruppenthal, auf seiner Praxishomepage (www.martin-ruppenthal.de). Links zu Fachgesellschaften und Institutionen werden ebenfalls aufgelistet. Ruppenthal demonstriert anhand von konkreten Bildern anschaulich, wie die erlebten Tagtrauminhalte von Patienten in grafische Darstellungen umgesetzt werden.
Eine Beschreibung der Vorstellungsmotive, die in der KIP nach Leuner üblicherweise in der Therapie angewandt werden, sowie einige Übungen zur Selbstanwendung präsentiert die Psychotherapeutin Gina Kästele (www.psychotherapiebera tung.de/kb.html).
Eine übersichtliche Kurzbeschreibung der imaginativen Motive und Literaturhinweise sind auch auf der Internetseite Medizinfo (www.medizinfo.de/psychotherapie/suggestion/katathymes_bilderleben.shtml) zu finden.

Dr. Christiane Eichenberg
Diplom-Psychologin, Institut für Klinische Psychologie und Psychotherapie der Universität zu Köln, Höninger Weg 115, 50696 Köln,
E-Mail: eichenberg@uni-koeln.de,
Internet: www.christianeeichenberg.de

* Im angloamerikanischen Sprachraum nennt man das Verfahren „Guided Affective Imagery“ (GAI)
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