ArchivDeutsches Ärzteblatt PP7/2007Referiert: ADHS bei Kindern - Bundesweite Befragung zur Prävalenz

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Referiert: ADHS bei Kindern - Bundesweite Befragung zur Prävalenz

PP 6, Ausgabe Juli 2007, Seite 316

MS

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LNSLNS Wissenschaftler am Universitätsklinikum Köln haben anhand der Einschätzungen von Eltern, Erziehern und Ärzten die Prävalenz von ADHS unter drei- bis sechsjährigen Kindern in Deutschland erhoben. Bundesweit nahmen 708 Kinder aus 103 pädiatrischen sowie kinder- und jugendpsychiatrischen Praxen teil. Darunter wurden 187 Kinder einer Auffälligenstichprobe zugeordnet. Die Eltern und Erzieher der Kinder bearbeiteten eine ADHS-Symptomcheckliste, während Ärzte die Kinder im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung (U8/U9) einschätzten. 13,6 bis 15,4 Prozent der vorgestellten Kinder wurden von den Ärzten als motorisch unruhig und zappelig, impulsiv oder unaufmerksam beurteilt. In der Auffälligengruppe lag der Anteil zwischen 56,1 und 64,7 Prozent. Die Ärzte stellten bei 4,6 Prozent der Kinder die Diagnose ADHS. In der Auffälligengruppe wurde bei 42,8 Prozent der Kinder eine ADHS klinisch diagnostiziert. Eltern und Erzieher schätzten im Vergleich zu den Ärzten die Symptomatik gravierender ein. Beispielsweise beschrieben 16,5 bis 26,7 Prozent der Eltern ihre Kinder als zappelig, impulsiv oder unaufmerksam. 13,4 Prozent der Eltern und 6,4 Prozent der Erzieher erlebten die ADHS-Symptome der Kinder als sehr belastend. Daraus resultierte ein hoher Beratungsbedarf der Eltern. Insgesamt bestätigen die Ergebnisse nicht nur die bisherigen Prävalenzraten, sondern auch den Befund, dass Jungen häufiger von ADHS betroffen sind und ausgeprägtere Symptome zeigen als Mädchen. ms

Breuer D, Döpfner M: Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörungen bei Drei- bis Sechsjährigen in der ärztlichen Praxis – eine bundesweite Befragung. Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie 2006; 34(5): 357–65.
Dr. Dieter Breuer, Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters am Klinikum der Universität zu Köln, Robert-Koch-Straße 10, 50931 Köln, E-Mail: heinz-dieter.breuer@uk-koeln.de
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