ArchivDeutsches Ärzteblatt30/2007Selbstzahlerleistungen: Ärzte wehren sich gegen Vorwürfe

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Selbstzahlerleistungen: Ärzte wehren sich gegen Vorwürfe

Dtsch Arztebl 2007; 104(30): A-2084 / B-1840 / C-1776

Hillienhof, Arne

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Ultraschalluntersuchungen lagen an der Spitze der von den Ärzten angebotenen Selbstzahlerleistungen. Foto: dpa
Ultraschalluntersuchungen lagen an der Spitze der von den Ärzten angebotenen Selbstzahlerleistungen. Foto: dpa
Auf die Sinnhaftigkeit mancher Selbstzahlerleistungen (Individuelle Gesundheitsleistungen, IGeL) hat die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hingewiesen. Sie reagierte damit auf eine Untersuchung der AOK, wonach der IGeL-Markt sich zum Teil in einer rechtlichen Grauzone abspiele. „Die Zusatzleistungen können im Einzelfall sinnvoll sein“, betonte KBV-Pressesprecher Dr. Roland Stahl. Er wies die Vermutung zurück, Ärzte könnten aus finanziellen Gründen „ihre Patienten über den Tisch ziehen“. Entscheidend sei das individuelle Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient. Ähnlich argumentierte der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns, Dr. med. Axel Munte: „Die gesetzliche Kran­ken­ver­siche­rung kann keine Optimalversorgung gewährleisten, dafür sorgt das Wirtschaftlichkeitsgebot. Als Ergänzung zu dem Leistungskatalog sind IGeL wichtig.“
Die AOK hatte 3 000 gesetzlich Krankenversicherte telefonisch zu ihren Erfahrungen mit IGeL befragt. Demnach boten Ärzte vor allem einkommensstarken Patienten die Leistungen an. Bei der Mehrheit der IGeL (63,6 Prozent) unterblieb die schriftliche Vereinbarung zwischen Arzt und Patient vor der Behandlung. Ein Fünftel (21,1 Prozent) der Leistungen erfolgte ohne Rechnung.
Bei den Angaben zu den einzelnen Leistungen zeigte sich eine große Bandbreite. An der Spitze lagen mit einem Anteil von 19,7 Prozent Ultraschalluntersuchungen, gefolgt von Augeninnendruckmessungen (14,6 Prozent) und ergänzenden Krebsfrüherkennungsuntersuchungen bei Frauen (13,8 Prozent). Auf diese drei Gruppen entfiel die Hälfte der angebotenen Leistungen. Fachärzte machten im Vergleich zu Allgemeinmedizinern deutlich mehr private Leistungsangebote. Am häufigsten boten Gynäkologen und Augenärzte IGeL an. An dritter Stelle nannten die Versicherten die Urologen, gefolgt von Hautärzten und Orthopäden. hil
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