ArchivDeutsches Ärzteblatt30/2007Rabattverträge: AOK zieht Erfolgsbilanz

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Rabattverträge: AOK zieht Erfolgsbilanz

Dtsch Arztebl 2007; 104(30): A-2084 / B-1840 / C-1776

Merten, Martina

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Foto: ddp
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Es habe sich sehr viel auf dem verkrusteten Arzneimittelmarkt bewegt, lobte Dr. Christopher Hermann die Entwicklung bei den Rabattverträgen der AOK. Dem stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden der AOK Baden-Württemberg zufolge gaben die Apotheken im April mehr als 80 Prozent rabattierter Arzneimittel an AOK-Versicherte ab. Der Wegfall von Zuzahlungen durch die Umstellung auf Rabattprodukte habe Versicherte im zweiten Quartal dieses Jahres um etwa vier Millionen Euro entlastet, betonte Hermann.
Die 16 Ortskrankenkassen haben Anfang Februar erstmals Rabatte mit elf Herstellern für 42 Wirkstoffe und Kombinationen festgelegt. Grundlage hierfür ist das Arzneimittelversorgungs-Wirtschaftlichkeitsgesetz (AVWG). Das Gesetz, das zum 1. Mai 2006 in Kraft getreten ist, soll Anreize für mehr Wirtschaftlichkeit bei der Verordnung von Arzneimitteln schaffen.
Auch die elf Rabattpartner der AOK zogen eine positive Zwischenbilanz. Ihr Marktanteil stieg von Januar bis Juni von 2,9 auf 12,6 Prozent. „Wir haben die Umwälzung weg von den großen Herstellern auf dem Markt geschafft“, sagte Michael Ewers, Geschäftsführer von Teva Deutschland.
Während es nach Angaben der AOK nahezu keine Lieferprobleme bei den rabattierten Arzneimitteln gab (98 Prozent seien lieferbar gewesen), weist der Deutsche Apothekenverband (DAV) darauf hin, dass es inbesondere bei Antibiotika noch immer Lieferschwierigkeiten gebe. „Wir fordern deshalb die Krankenkassen auf, Antibiotika aus Rabattverträgen auszuschließen“, heißt es aus dem DAV.
Nach Angaben der AOK soll noch im Juli eine zweite wirkstoffbezogene Ausschreibung für 2008 und 2009 folgen. Die neuen Verträge sollen Hermann zufolge zwei Jahre laufen und 82 Wirkstoffe mit einem Umsatzvolumen von etwa 2,7 Milliarden Euro umfassen. Die Kasse geht von finanziellen Entlastungen der Versicherten durch die geplanten Rabattverträge von bis zu einer Milliarde Euro jährlich aus. MM
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