ArchivDeutsches Ärzteblatt30/2007Delegation ärztlicher Leistungen: Ärzte warnen vor „Medizin light“

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Delegation ärztlicher Leistungen: Ärzte warnen vor „Medizin light“

Dtsch Arztebl 2007; 104(30): A-2085 / B-1841 / C-1777

Flintrop, Jens

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LNSLNS Die Bundes­ärzte­kammer (BÄK), die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der Marburger Bund (MB) haben davor gewarnt, eine „Medizin light“ einführen zu wollen. Vertreter des Deutschen Pflegerats hatten – unterstützt vom Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium – zuvor kritisiert, „die Arztorientierung und die damit einhergehende Strukturhoheit der Ärzte auf allen Gebieten des Versorgungssystems“ seien nicht geeignet, die neuen Herausforderungen im Gesundheitswesen zu bewältigen. Auch der Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen hatte in seinem jüngsten Gutachten eine „sinnvollere Arbeitsteilung“ zwischen den Gesundheitsberufen angemahnt.
Dagegen stellten der BÄK-Präsident, Prof. Dr. Jörg-Dietrich Hoppe, und der Vorstandsvorsitzende der KBV, Dr. Andreas Köhler, klar: „Die Behandlung von Patienten und die Heilung von Krankheiten sind originäre Aufgaben der Ärzte. Leistungen, die unter Arztvorbehalt stehen, können und dürfen nicht von anderen ausgeführt werden. Arztvorbehalt und ein hoher ärztlicher Standard sichern maßgeblich die gute Qualität in der Patientenversorgung.“ Dabei gehe es nicht um machtpolitische Strukturhoheiten, sondern einzig um die Frage, wie die bestmögliche Versorgung der Patienten gewährleistet werden könne. „Wer originäre ärztliche Tätigkeit auf die Pflegeberufe verlagern will, der gefährdet die
Sicherheit der Patienten“, kritisierte auch der MB-Bundesvorsitzende, Dr. Frank Ulrich Montgomery. JF
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