ArchivDeutsches Ärzteblatt30/2007Wissenschaftliche Forschung: Vorstoß für eine höhere Vergütung

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Wissenschaftliche Forschung: Vorstoß für eine höhere Vergütung

Dtsch Arztebl 2007; 104(30): A-2085 / B-1841 / C-1777

Flintrop, Jens

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Wer über die ärztliche Tätigkeit hinaus wissenschaftliche Forschung betreibt, wird dafür bestraft. Foto: Mauritius Images
Wer über die ärztliche Tätigkeit hinaus wissenschaftliche Forschung betreibt, wird dafür bestraft.
Foto: Mauritius Images
Der Marburger Bund und der Deutsche Hochschulverband wollen gemeinsam für eine vergütungsrechtliche Gleichbehandlung von Wissenschaftlern an Universitätskliniken streiten. Das erklärten der Vorsitzende des Marburger Bundes, Dr. Frank Ulrich Montgomery, und der Präsident des Deutschen Hochschulverbandes, Prof. Dr. Bernhard Kempen, am 11. Juli in Berlin.
Hintergrund: Der zum 1. November 2006 in Kraft getretene Tarifvertrag für Ärzte an Universitätskliniken (TV-Ä) gilt nur für überwiegend in der Patientenversorgung tätige Ärzte. Ärzte mit Aufgaben in der klinischen Forschung werden hingegen weiterhin nach dem ungünstigeren Tarifvertrag der Länder (TV-L) vergütet. Gleiches gilt für die vorklinischen und naturwissenschaftlichen Mitarbeiter an den Unikliniken. „Wer über die ärztliche Tätigkeit hinaus wissenschaftliche Forschung betreibt, wird vergütungsrechtlich dafür bestraft“, erläuterte Kempen.
Mit der Einführung des TV-Ä haben zudem auch klinische W-2-Professuren ihre Attraktivität eingebüßt. W-2-Stelleninhaber sind in der Klinik vielfach auch als Oberarzt tätig, werden jedoch trotz zusätzlicher Dienstaufgaben in Forschung und Lehre schlechter vergütet als Oberärzte ohne akademische Aufgaben. „Der Erstruf auf eine Professur ist in der klinischen Medizin zurzeit ein Abstieg“, kommentierte Montgomery. Während ein überwiegend in der Patientenversorgung tätiger Oberarzt mit einem Gehalt nach Maßgabe des TV-Ä in Höhe von 5 950 Euro im Westen (Osten: 5 300 Euro) anfange, müsse sich ein W-2-Professor im Grundgehalt mit 3 890 Euro (Osten: 3 600 Euro) begnügen. JF
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