ArchivDeutsches Ärzteblatt30/2007Gesundheitskarte: Vollbremsung
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Der Beschluss zur Ablehnung der elektronischen Gesundheitskarte in ihrer jetzigen Form wird als der historische Beschluss des 110. Deutschen Ärztetags in die Geschichte eingehen. Es stimmt nicht, dass er mit „knapper Mehrheit“ zustande kam, denn es waren 54 zu 46 Prozent – das ist deutlich. Die Argumente in Münster zählten das auf, was die Kritiker seit Jahren anführen. Eine beschreibbare Karte wird uns Viren und Trojaner bescheren, ein zentraler Server ist niemals vor feindlichen Zugriffen sicher, das Arzt-Patient-Verhältnis wird im Intimbereich der Schweigepflicht unterwandert, und es droht den Ärzten ein Schuldenberg in Milliardenhöhe. Die Basis ist ohne Zweifel zu deutlich mehr als 54 Prozent gegen die E-Card, und sie ist aufgebracht wegen der Sturheit, an dem Projekt mit Gewalt festzuhalten.
Es ist deshalb auch gut, es ist keine Panne und gewiss kein Fehler, dass der Bundesärztekammer bis Ulm „die Hände gebunden sind“ für weitere Unterschriften unter Telematikprojekte. Man muss den früheren Beschlüssen, bei allem Respekt, Blauäugigkeit und mangelnden Sachverstand ankreiden. Jetzt ist Bedenkzeit geschaffen worden um zu prüfen, was wir wollen und was nicht. Das, was hier verabschiedet wurde, war eine Vollbremsung vor dem absehbaren Totalschaden.
Dr. med. Karlheinz Bayer, Schwimmbadstraße 5, 77740 Bad Peterstal

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