ArchivDeutsches Ärzteblatt30/2007DVD-Sammlung: Das Filmschaffen Alexander Kluges

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DVD-Sammlung: Das Filmschaffen Alexander Kluges

Dtsch Arztebl 2007; 104(30): A-2118 / B-1871 / C-1807

Weiss, Rolf Michael

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In Zusammenarbeit mit dem Filmmuseum München und dem Goethe-Institut ist bei Zweitausendeins eine repräsentative Übersicht zum filmischen Schaffen Alexander Kluges erschienen, der seit vielen Jahren auch als Schriftsteller bekannt ist (16 DVDs in Kassette, 99 Euro). Die Arbeiten umspannen das filmische Werk Kluges von den Anfängen im Jahr 1961 bis zu einer aktuellen Produktion zu Beginn des Jahres 2007. Damit sind etwa preisgekrönte Kinofilme wie „Abschied von gestern“ (1966/Silberner Löwe in Venedig) oder „Artisten in der Zirkuskuppel: ratlos“ (1968/Goldener Löwe in Venedig) endlich auch für ein breiteres Publikum greifbar. Gleichzeitig gewinnt man zum ersten Mal einen umfassenden Einblick in das bislang nur partiell wahrgenommene dokumentarische beziehungsweise halbdokumentarische Werk Kluges. Das 1970 entstandene eindringliche Porträt „Ein Arzt aus Halberstadt“ oder der Kurzfilm „Ein Liebesversuch“ (1998) illustrieren die enorme Bandbreite seines ästhetischen Selbstverständnisses. Kluge scheut weder die ironische Distanz zum Gegenstand noch eine avancierte Bildsprache, um eine komplexe Wirklichkeit in ihren vielfältigen Bezügen zu erhellen. Nicht alle Filme, vor allem die sogenannten Montagearbeiten, sind gleichermaßen zugänglich. Ihres künstlerischen Potenzials wegen aber lohnen auch diese hermetischer orientierten Produktionen. Man muss Kluges Wertungen nicht teilen, um würdigen zu können, dass die Filme in ihrer Gesamtheit ein in jeder Hinsicht gehaltvolles Bild der Entwicklungen in der BRD innerhalb der letzten vierzig Jahre vermitteln. Dass sich der Filmemacher Kluge auch als Schriftsteller versteht, beweist sich in den teils umfänglichen Texten, die der Edition als „elektronisches Textarchiv“ beigegeben und über den PC abrufbar sind. Die in glänzendem Schwarz und Rot gehaltene Box enthält darüber hinaus ein „Filmalbum“, dessen Gestaltung nicht weniger Stilwillen verrät als die Ausgabe insgesamt. Rolf Michael Weiss
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