ArchivDeutsches Ärzteblatt30/2007André Wynen: Engagierter Europäer und Weltbürger

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André Wynen: Engagierter Europäer und Weltbürger

Dtsch Arztebl 2007; 104(30): A-2139 / B-1892 / C-1828

Vilmar, Karsten

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André Wynen. Foto: Bernhard Eifrig
André Wynen.
Foto: Bernhard Eifrig
Dr. med. André Wynen, belgischer Chirurg, ist am 10. Juni im Alter von 83 Jahren gestorben. Mit ihm verliert die Ärzteschaft eine herausragende Persönlichkeit. Mit Sachverstand und einem ungewöhnlichen Engagement hat er sich als Generalsekretär und Präsident des Weltärztebundes verdient gemacht. Darüber hinaus setzte er sich in den Gremien des Ständigen Ausschusses der Europäischen Ärzte CPME sowie als Generalsekretär und Präsident der Europäischen Akademie für ärztliche Fortbildung und nicht zuletzt als Vorsitzender der Belgischen Ärztevereinigung für eine gute Patientenversorgung ein.
Wynen war als polyglotter, praktizierender Europäer ein auf internationaler Ebene erfahrener und durchsetzungsfähiger Verhandlungspartner. Er hat viele richtungweisende Entwicklungen auf den Weg gebracht. Sein besonderes Augenmerk galt dabei der beruflichen Unabhängigkeit des Arztes. Unbeirrbar hat er sich – nicht zuletzt aufgrund seiner Erlebnisse als politischer Gefangener im Konzentrationslager Buchenwald – für die Achtung des Lebens und die Wahrung ethischer Grundnormen eingesetzt.
Die Gemeinschaftsidee der Europäischen Union hat er maßgeblich gefördert. Er wirkte an der Formulierung der Richtlinien für die Migrationsfreiheit von Ärzten und für die gegenseitige Anerkennung von Abschlüssen mit. Sein sicheres Urteil und seine Bereitschaft zu freundschaftlicher Zusammenarbeit waren vorbildlich.
In Anerkennung seiner Verdienste erhielt Wynen das Ehrenzeichen der deutschen Ärzteschaft und die Paracelsus-Medaille. Die Ärzteschaft in Europa und im Weltärztebund wird ihm stets ein ehrendes Gedenken bewahren.
Prof. Dr. med. Dr. h. c. mult. Karsten Vilmar
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