ArchivDeutsches Ärzteblatt30/2007Rheumatoide Arthritis: Methotrexat ist subkutan effektiver als oral

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Rheumatoide Arthritis: Methotrexat ist subkutan effektiver als oral

Dtsch Arztebl 2007; 104(30): A-2147

Bischoff, Angelika

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LNSLNS Wenn die orale Therapie mit Methotrexat die Aktivität einer rheumatoiden Arthritis nicht ausreichend in den Griff bekommt, könnte sich zunächst ein Versuch mit einer parenteralen Applikation lohnen, bevor man den Schritt zum TNF-alpha-Blocker geht. In den letzten Jahren hat eine ganze Reihe von neuen Substanzen Einzug in die Rheumatherapie gehalten: Leflunomid, Anakinra, die TNF-alpha-Blocker Infliximab, Etanercept und Adalimumab sowie Rituximab.
Potenzial der oralen Gabe
noch nicht erschöpft
Biologika haben sich zwar im Vergleich zu konventionellen DMARDs (Disease Modifying Antirheumatic Drugs) als erfolgreicher im Erreichen einer Remission erwiesen, doch die Remission hält nicht lange an. Eine neue Studie weist darauf hin, dass das Potenzial von Methotrexat mit der oralen Applikation noch gar nicht erschöpft ist. In klinischen Vergleichsstudien mit Biologika wurde fast nur orales Methotrexat eingesetzt.
In der Praxis greift man jedoch wegen der besseren systemischen Bioverfügbarkeit oft auf die subkutane Applikationsform zurück (Metex® FS). Kleine Studien haben auch gezeigt, dass die Wirksamkeit und Verträglichkeit durch Umstellung von oral auf subkutan verbessert werden können.
In einer Studie an 375 Methotrexat-naiven Patienten mit früher aktiver rheumatoider Arthritis wurden die orale und subkutane Gabe von Methotrexat erstmals prospektiv miteinander verglichen. In den ersten 16 Wochen erhielten die Patienten 15 mg Methotrexat auf dem einen oder anderen Applikationsweg. Non-Responder (ACR-20) der oral behandelten Gruppe wurden dann für die restlichen acht Wochen auf die subkutane Therapie mit 15 mg Methotrexat umgestellt. Dieser Schritt wurde bei etwa einem Drittel der Patienten erforderlich, die Teilnehmer gingen als oral therapiert in die Gesamtanalyse ein.
Bei Non-Respondern der subkutan behandelten Gruppe wurde die Dosis nach 16 Wochen auf 20 mg erhöht. Dies betraf jedoch nur 15 Prozent der Patienten, fast 90 Prozent haben die Studie auch beendet.
In der subkutan behandelten Gruppe erreichten 78 Prozent, in der oralen Gruppe 70 Prozent eine ACR-20-Response (p < 0.05). Patienten mit einer Krankheitsdauer von > 12 Monaten profitierten mehr als kürzer erkrankte: ACR-20 89 versus 63 Prozent, ACR-70 erfüllten insgesamt 41 versus 33 Prozent (p < 0.05). Der Unterschied in der ACR-50-Response (62 Prozent, 59 Prozent) fiel dagegen nicht statistisch signifikant aus.
Die subkutan behandelten Patienten sprachen auch nach EULAR-Kriterien häufiger gut an (47 versus 40 Prozent) und erreichten häufiger eine Remission (DAS28 < 2.6).
Von den ACR-20-Nonrespondern in der oral behandelten Gruppe erreichten 30 Prozent durch Umstellung auf subkutan noch eine ACR-20-Response. Die Steigerung der subkutanen Dosis in der anderen Gruppe führte bei 23 Prozent zum Erfolg. Keine signifikanten Gruppenunterschiede waren in der Verträglichkeit zu beobachten.
„Mit einer ACR-20-Response von 78 Prozent kann sich subkutanes Methotrexat durchaus mit TNF-alpha-Blockern messen“, erklärte Dr. Jürgen Braun (Herne). Es spreche einiges dafür, diese Option zu versuchen, wenn orales Methotrexat nicht ausreichend wirksam ist.
Dr. med. Angelika Bischoff

7. Europäischer Kongress für Rheumatologie (EULAR) der Europäischen Rheumaliga in Amsterdam, Veranstalter: medac – Gesellschaft für klinische Spezialpräparate
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