ArchivDeutsches Ärzteblatt31-32/2007Ortskrankenkassen: Versicherte bei Wahltarifen zurückhaltend

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Ortskrankenkassen: Versicherte bei Wahltarifen zurückhaltend

Dtsch Arztebl 2007; 104(31-32): A-2161 / B-1913 / C-1849

Rabbata, Samir

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Foto: picture-alliance/chromorange
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AOK-Versicherte machen bislang nur zögerlich von den neuen Wahltarifmöglichkeiten ihrer Krankenkassen Gebrauch. Von den mehr als 25 Millionen Versicherten im AOK-System hätten sich bisher rund 15 000 für Wahltarife entschieden. „Dies ist zugegebenermaßen eine übersichtliche Zahl“, sagte der Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbands, Dr. Hans Jürgen Ahrens, bei einer Veranstaltung in Joachimsthal bei Berlin. Ahrens gab sich aber optimistisch, dass die Nachfrage schnell steigen werde: „Die neuen Tarife werden ein Renner, weil alle Beteiligten davon profitieren können.“
Es sei höchste Zeit, sich von den bisher starren Tarifen zu verabschieden. Denn durch die neuen Wahlmöglichkeiten könnten bei allen Versicherten Anreize zu mehr Eigenverantwortung gesetzt werden, betonte Ahrens. Die Selbstbehalttarife seien fair und einfach. Vorsorge- und Routineuntersuchungen könnten weiterhin ohne Folgen für einen Bonus oder Selbstbehalte in Anspruch genommen werden.
Unterdessen stieß eine zur Ankurbelung der neuen Wahltarife geplante Werbekampagne der AOK bei Patientenvertretern auf scharfe Kritik. Mit geschätzten Kosten von mehr als acht Millionen Euro dafür werde „eine ganz erhebliche Summe an Kran­ken­ver­siche­rungsbeiträgen“ ausgegeben. Eine solche Werbekampagne sei vor dem Hintergrund vielfacher Leistungsverweigerung gegenüber Patienten auch bei geringfügigen Beträgen „keinesfalls im Sinne der Kunden der AOK“, sagte der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Versicherte und Patienten, Wolfram-Arnim Candidus.
Die AOK will ihr Tarifgeschäft dennoch weiter ausbauen. So arbeiten Kassenexperten nach Angaben von Ahrens bereits an Kostenerstattungstarifen und Tarifen für alternative Therapierichtungen. SR
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