ArchivDeutsches Ärzteblatt31-32/2007RANDNOTIZ: Durch dick und dünn

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RANDNOTIZ: Durch dick und dünn

Dtsch Arztebl 2007; 104(31-32): A-2161 / B-1913 / C-1849

Gieseke, Sunna

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LNSLNS Die Freundschaftsbekundung „Wir sind richtig dicke Freunde“ bekommt nach Angaben einer aktuellen Studie (N Engl J Med 2007; 357: 370–9) eine ganz neue Bedeutung: Nicht die Gene oder das anerzogene Essverhalten machen dick. Nein, es sind die dicken Freunde. Die Chance, selbst dick zu werden, wenn die engsten Freunde zugenommen haben, liegt bei 57 Prozent. Adipositas ist also ansteckend. Wer dies erfährt, überprüft ganz automatisch vorsichtig den Freundeskreis – wen sollte man besser nicht mehr treffen? Niemand möchte nur wegen der Freunde dick werden. Vielleicht ist man sogar selbst ein vermeintlich schlechter Umgang für seine Mitmenschen und wird in Zukunft gemieden. Oder heißt dies, dass man ungestört Pommes und Himbeertorte verdrücken kann und nicht zunimmt, solange man einfach auf übergewichtige Freunde verzichtet? Vielleicht hätte man lieber niemals von dieser Studie erfahren, wirft sie doch mehr Fragen auf, als sie beantwortet. Beruhigend ist aber, dass die Gefahr, die vom Lebenspartner ausgeht, nicht ganz so groß ist (37 Prozent). Man muss sich jedenfalls nicht trennen. Gleichzeitig gibt die Studie aber auch allen Menschen, die abnehmen möchten, Hoffnung: Je dünner der Partner, desto mehr spornt dies zur Gewichtsreduktion an. Andererseits haben sich „Dick und Doof“ – die vielleicht bekanntesten Freunde der Filmgeschichte – auch niemals in ihrem Gewicht aneinander angeglichen. Soll man sich also wirklich die Freunde nach Gewicht aussuchen? Die Wissenschaftler geben Entwarnung. Das einzige, was zählt, ist, wie viele gute Freunde man hat und dass diese zu einem stehen: durch dick und dünn.
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