ArchivDeutsches Ärzteblatt31-32/2007Arzneimittel: Mehrbedarf wegen alternder Gesellschaft

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Arzneimittel: Mehrbedarf wegen alternder Gesellschaft

Dtsch Arztebl 2007; 104(31-32): A-2164

Rabbata, Samir

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Bertram Häussler: Demografisch bedingter Mehrverbrauch von Medikamenten. Foto: vario images
Bertram Häussler: Demografisch bedingter Mehrverbrauch von Medikamenten. Foto: vario images
Die im vergangenen Jahr um rund zwei Prozent auf knapp 26 Milliarden Euro gestiegenen Arzneimittelausgaben lassen sich in erster Linie durch einen demografisch bedingten Mehrverbrauch von Medikamenten erklären. Zu diesem Ergebnis kommt der vom Verband Forschender Arzneimittelhersteller (VFA) in Auftrag gegebene Arzneimittel-Atlas 2007. Die Untersuchung basiert darauf, dass Arzneimittelausgaben indikationsweise betrachtet werden. „Dabei hat sich gezeigt, dass rund 70 Prozent der Steigerungen auf weitverbreitete chronische Erkrankungen zurückzuführen sind. Damit treten die Folgen einer alternden Gesellschaft mit ihren typischen Erkrankungen zunehmend deutlicher zutage“, sagte der Autor der Studie, Prof. Dr. Bertram Häussler, bei der Vorstellung des Arzneimittel-Atlas in Berlin.
Der Atlas weist zudem starke regionale Unterschiede bei den Arzneimittelausgaben aus. So ist der Medikamentenverbrauch in Ostdeutschland höher als im Westen. Der Umsatz der Hersteller je Versicherten lag 2006 im Osten bei über 425 Euro und damit um 55 Euro höher als der Durchschnitt im Westen. Eine Ursache ist nach Meinung der Experten die Abwanderung junger und gesunder Menschen aus dem Osten. Dadurch steige das Durchschnittsalter der Versicherten in den neuen Ländern.
Scharfe Kritik an den Studienergebnissen kam vonseiten der Krankenkassen. Der Arzneimittel-Atlas liefere Ärzten und Apothekern keine Hinweise für eine wirtschaftliche Arzneimitteltherapie, heißt es in einer Studie des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO). Die Kritik des WIdO bezieht sich vor allem auf eine vermeintlich mangelhafte wissenschaftliche Grundlage. Der Arzneimittel-Atlas werte Mengenzuwächse im Arzneimittelmarkt ohne ausreichende Daten- und Studienlage als angemessen. SR
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