ArchivDeutsches Ärzteblatt31-32/2007KBV kooperiert mit Srh Kliniken: Das Fernziel ist eine lückenlose Versorgung

POLITIK

KBV kooperiert mit Srh Kliniken: Das Fernziel ist eine lückenlose Versorgung

Dtsch Arztebl 2007; 104(31-32): A-2167 / B-1917 / C-1853

Rieser, Sabine

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LNSLNS Mehr Tempo beim Entlassbrief, abgestimmte Qualitätsziele, gemeinsamer Zugriff auf Daten – davon sollen Ärzte in Thüringen und Baden-Württemberg profitieren.

Männer klagen selten darüber, dass zu wenig geredet wird. Dr. med. Andreas Köhler ist da eine Ausnahme, zumindest, wenn es um eine bessere Verzahnung von ambulanter und stationärer Versorgung geht. „Kliniker und niedergelassene Ärzte reden nicht miteinander“, stellte der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) unlängst fest. Daran ändere auch ein gesetzlich vorgegebener Kooperationszwang nichts.
Die KBV verspricht sich mehr von strategischen Partnerschaften mit Krankenhausträgern wie der SRH-Kliniken GmbH. „Nach der Vereinbarung mit den Sana-Kliniken haben wir nun einen zweiten Anbieter stationärer Leistungen mit im Boot“, berichtete Köhler Ende Juli. „Wenn wir eine lückenlose Versorgung gewährleisten wollen, brauchen wir bundesweit Kooperationen wie diese.“
Schwerpunkte der Zusammenarbeit sind unter anderem ein verbessertes Entlassmanagement, teilstationäre und tagesklinische Behandlungen, die Qualitätssicherung sowie eine verbesserte Kommunikation zwischen niedergelassenen und Krankenhausärzten. Damit setze man die häufig angemahnte sektorübergreifende Versorgung in die Praxis um, so Köhler.
Konkret soll beispielsweise der Entlassbrief innerhalb von zehn Tagen beim behandelnden niedergelassenen Arzt angekommen sein. Darin werden zudem Medikamente nur mit ihrem Wirkstoff und nicht mit einem Handelsnamen aufgeführt. Das ist zwar längst gesetzlich vorgegeben, aber offenbar keinesfalls die Regel, wie Köhler andeutete: „Papier ist geduldig.“
Geplant ist zudem, Ärzten in der Weiterbildung zum Allgemeinmediziner noch in der Klinik Informationen für die spätere Niederlassung anzubieten, also Kurse in Abrechnung, Praxisführung oder Qualitätsmanagement für die Praxis. Die SRH-Kliniken wollen darüber hinaus vier bis sechs Millionen Euro in ihre EDV investieren – auch damit niedergelassene Ärztinnen und Ärzte direkt auf elektronische Fallakten im Krankenhaus zurückgreifen können. Die KV Thüringen kooperiert bereits auf regionaler Ebene mit dem Krankenhausbetreiber. „Dies diente als Blaupause für das Abkommen mit der KBV“, erklärte Karl Spindler, Vorsitzender der Geschäftsführung der SRH-Kliniken.
Sabine Rieser


DIE PARTNER

- Dem neuen Kooperationspartner der KBV, der SRH-Kliniken GmbH, gehören sieben Krankenhäuser mit 2 800 Betten in Baden-Württemberg und Thüringen. Mit 340 Millionen Euro Jahresumsatz und 5 000 Mitarbeitern zählt SRH zu den sechs größten privaten Klinikträgern in Deutschland.
- Ein erstes Kooperationsabkommen hat die KBV Ende 2005 mit den Sana-Kliniken geschlossen. Es wurden ähnliche Absprachen getroffen wie mit SRH. Sana wird von 33 privaten Kran­ken­ver­siche­rungen getragen. Das Unternehmen betreibt mehr als 30 eigene Kliniken und ist mit rund 25 Häusern durch Managementverträge verbunden. Dazu kommen Pflegeheime und Dienstleistungsgesellschaften.
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