ArchivDeutsches Ärzteblatt31-32/2007Qualitätsmanagement: Zwangserleuchtung um jeden Preis?
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Kein Analytiker wird bezweifeln, dass systematisches Handeln, das der kontinuierlichen Infragestellung unterworfen ist, die Prozessqualität erhöhen kann. Geradezu abstrus scheint jedoch der publizierte extrem hohe Zeitaufwand, der nötig ist, um dieses Ziel zu erreichen. 5,7 Stunden pro Arzt und 7,8 Stunden für die Mitarbeiter pro Woche über einen Zeitraum von mehr als einem halben Jahr müssen allein für die Implementierung des QM-Systems durchschnittlich veranschlagt werden. Selbst preisgünstige Arzneimittel dürfen wir Off label nicht mehr zulasten der Solidargemeinschaft rezeptieren, weil selbst fachärztlicher Verstand nicht als Begründung genügt, die anfallenden Kosten der Allgemeinheit aufzubürden. Uns selbstständigen Ärzten wird aber zugemutet, unsere eigene Arbeitskraft unentlohnt und in erheblichem Maß Arbeitskraft von Mitarbeitern für ein System zu investieren, dessen Nutzen gerade für kleine Praxen überhaupt nicht erwiesen ist. Evidenzbasiert ist das ganz sicher nicht! Hier muss doch zunächst wissenschaftlich geprüft werden, ob der messbare Nutzen den Aufwand überhaupt rechtfertigt. Meines Erachtens ist hier dringend ein Moratorium für kleine Praxen angezeigt, bevor diese Frage nicht schlüssig beantwortet ist.
Dr. med. Werner Behrens,
Dr.-Julius-Leber-Straße 13, 23552 Lübeck
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