ArchivDeutsches Ärzteblatt31-32/2007Die Zukunft des Alterns. Die Antwort der Wissenschaft

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Die Zukunft des Alterns. Die Antwort der Wissenschaft

Dtsch Arztebl 2007; 104(31-32): A-2192 / B-1940 / C-1874

Gruss, Peter

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AlterNsforschung: Balanceakt zwischen Fortschritt und Würde

Der informative Sammelband ist dem verstorbenen Alternsforscher Paul B. Baltes (zuletzt Berlin) gewidmet. Dieser versteht das Altern als ein komplexes körperliches, psychologisches, soziales und geistiges Phänomen, das einem Balanceakt zwischen Fortschritt und Würde gleichkomme. Euphemistisch wird ein drittes (junges) Lebensalter (der 60- bis 80-Jährigen) von einem vierten (hohen) Lebensalter (der über 80- bis 100-Jährigen) abgegrenzt. Die jungen Alten werden körperlich und geistig immer funktionstüchtiger, während im hohen Alter Körperkraft und Intelligenz gemeinhin mehr und mehr verloren gehen. Sozial wird das zunehmende individuelle Älterwerden belastet durch den Geburtenrückgang in einer schrumpfenden („entjüngten“) Bevölkerung. Ohne hinreichende Nachkommen ist eine gute Zukunft für die Alten ungewiss, gehe es doch beim Altern nicht um mehr Jahre im Leben, sondern um mehr Leben in den Jahren. Die Komplexität des Alterns bedingt freilich, dass manche programmatische Prognose nicht immer verbindlich sein wird.
Die fundierten Aufsätze befassen sich interdisziplinär mit Plastizität, Demografie und Evolution sowie mit Molekularbiologie, Krankheiten und Behandlungstrategien des Alterns bis hin zu Geschichtlichkeit, Relativität und Politik alternder Gesellschaften. Besorgt wird gefragt, ob künftig statt des Generationenvertrags ein Generationenkonflikt zu erwarten sei. Die von führenden Experten geschriebenen und mit vertiefenden Anmerkungen versehenen kritischen Buchbeiträge werden interessierte Laien und Ärzte gewinnbringend lesen.
Horst Nizze

Peter Gruss (Hrsg.): Die Zukunft des Alterns. Die Antwort der Wissenschaft. C. H. Beck, München, 2007, 334 Seiten, broschiert, 16,90 Euro
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