ArchivDeutsches Ärzteblatt31-32/2007Koma bei Neugeborenen durch abschwellende Nasentropfen? Enzymmangel ausschließen

MEDIZIN: Diskussion

Koma bei Neugeborenen durch abschwellende Nasentropfen? Enzymmangel ausschließen

Dtsch Arztebl 2007; 104(31-32): A-2208 / B-1955 / C-1889

Müller, Kurt E.

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LNSLNS Mit Interesse habe ich den Artikel über ein Koma bei Neugeborenen durch abschwellende Nasentropfen gelesen. Den darin diskutierten möglichen Pathomechanismen möchte ich eine nicht erwähnte Möglichkeit hinzufügen. Patienten, die ein genetisches Defizit des Enzyms Catechol-o-Methyltransferase (COMT) haben, sind nicht in der Lage, unter anderen Katecholamine, L-DOPA oder Östrogene ausreichend schnell zu metabolisieren. Methylgruppendonatoren wie S-Adenosylmethionin stellen ebenfalls ein erhöhtes Risiko dar. Es ist denkbar, dass es bei einem Polymorphismus von COMT bei Gebrauch vasokonstringierender Medikamente zu erheblichen Nebenwirkungen bis hin zu anhaltender Vasokonstriktion der Gefäße des ZNS kommen kann und dadurch ein Koma ausgelöst wird. Es ist aus meiner Sicht deshalb sinnvoll, die genetische Analyse dieses Enzyms bei solchen Fällen in die Diagnostik einzubeziehen.

Dr. med. Kurt E. Müller
Scherrwiosenweg 16, 88316 Isny

Interessenkonflikt
Der Autor erklärt, dass kein Interessenkonflikt im Sinne der Richtlinien des International Committee of Medical Journal Editors besteht.

Die Autoren haben auf ein Schlusswort verzichtet.

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