ArchivDeutsches Ärzteblatt31-32/2007Deutsche Aids-Stiftung: Operngala für ein erfolgreiches Projekt

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Deutsche Aids-Stiftung: Operngala für ein erfolgreiches Projekt

Zylka-Menhorn, Vera

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LNSLNS Auch bei der 3. Kölner Operngala für die Deutsche AIDS-Stiftung traten internationale Opernstars auf, die ihre Lieblingsarien sowie Ensembles aus der Opernwelt vortrugen. Die künstlerische Leitung hatte Markus Stenz, Generalmusikdirektor der Stadt Köln. Das Opernprogramm umfasste ein weites Spektrum, das von „Lohengrin“ über „Barbier von Sevilla“, „Faust“, „Romeo et Juliette“, „Hoffmanns Erzählungen“ bis zu Blachers „Variationen über ein Thema von Paganini“ hin zum Musical „West Side Story“ reichte. Das spanische Motto des Abends „Amigos Para Siempre“ (Freunde für immer) wurde von den spanischen Interpreten Ainhoa Arteta und José Bros gesungen.

Nahezu 600 000 Euro Spendengelder erbrachte die 3. Kölner Operngala, zu der die Deutsche AIDS-Stiftung und die Oper Köln eingeladen hatten. Der Erlös der Benefizveranstaltung im Kölner Opernhaus, bei der Sängerinnen und Sänger unentgeltlich auftraten, kommt Hilfsprojekten im südlichen Afrika zugute – insbesondere dem Projekt DREAM in Mosambik, das von der ehrenamtlich tätigen Gemeinschaft Saint’Egidio umgesetzt wird. Das Akronym steht für „Drug Ressource Enhancement against Aids and Malnutrition“ und konzentriert sich auf die medikamentöse Behandlung von Aids sowie die Verhinderung der HIV-Übertragung von schwangeren infizierten Frauen auf ihr Baby während Schwangerschaft, Geburt und Stillzeit.
Derzeit erhalten mehr als 3 000 Patienten in Mosambik, Malawi, Tansania, Guinea, Guinea-Bissau im DREAM-Programm antiretrovirale Medikamente. Die Mortalität konnte erheblich gesenkt werden, mehr als 90 Prozent der Patienten unter Therapie leben gut. Das DREAM-Programm kämpft außerdem gegen Unterernährung, Tuberkulose, Malaria und Geschlechtskrankheiten. „Die Erfahrungen nach drei Jahren zeigen klar, dass die Aidstherapie in Afrika durchführbar, medizinisch wirksam und bezahlbar ist“, sagte Jeane Freifrau von Oppenheim, die die 3. Kölner Operngala organisiert hatte.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Ausbildung von medizinischem Personal; denn der Mangel an qualifizierten Kräften ist eines der größten Probleme in Afrika bei der Einführung der antiretroviralen Therapie; so gibt es in Mosambik nur etwa 450 Ärzte. In die Ausbildung werden auch Patienten, die im DREAM-Programm seit Längerem antiretroviral therapiert werden, als „AktivistInnen“ einbezogen; sie können als Betroffene ihre Erfahrungen mit HIV an unerfahrene Patienten weitergeben.
Ganz besonderen Augenmerk legt das Projekt auf die Vorbeugung der vertikalen Transmission, die in Afrika eine der Hauptübertragungswege von HIV ist. Etwa 40 Prozent der HIV-positiven Mütter infizieren ihre Neugeborenen mit dem Virus; alle diese Kinder sterben innerhalb weniger Jahre an Aids. In den Gesundheitszentren des DREAM-Programms habe man inzwischen eine vertikale Transmissionrate von nur etwa vier Prozent, so Freifrau von Oppenheim. Vor Kurzem sei das tausendste Kind einer HIV-positiven Mutter geboren worden: Es heißt Johanino und ist gesund. zyl


Spenden an:

Gemeinschaft Sant'Egidio
Konto: 302 99 99
Liga Bank Würzburg, BLZ: 750 903 00
Stichwort: „AIDS-Afrika“

Foto: Hilfsprojekt DREAM von Sant‘Egidio in Mosambik/Deutsche AIDS-Stiftung
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