ArchivDeutsches Ärzteblatt PP8/2007Therapieverlauf: Prognose von Behandlungsfehlern

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Therapieverlauf: Prognose von Behandlungsfehlern

PP 6, Ausgabe August 2007, Seite 357

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LNSLNS Ein Team Schweizer und US-amerikanischer Wissenschaftler hat ein empirisch basiertes System entwickelt, mit dessen Hilfe Psychotherapeuten rechtzeitig ungünstige Therapieverläufe erkennen können. An der Studie nahmen 4 365 US-amerikanische Patienten mit verschiedenen psychischen Störungen sowie 162 Therapeuten unterschiedlicher Therapieschulen teil. Die Patienten füllten zu Beginn jeder Therapiesitzung einen Fragebogen zu ihrem subjektiven Befinden und ihren sozialen Rollen und Beziehungen aus. Anschließend wurde anhand der Daten jedes einzelnen Patienten per Computer ermittelt, welche zehn Fälle dem Fall des Patienten am ähnlichsten sind. Darauf stützte sich dann die Vorhersage des Therapieverlaufs. Fielen die Angaben eines Patienten einmal schlechter aus als der Vorhersagewert, dann wurde dies als Warnsignal gewertet und Veränderungen eingeleitet. Fiel der Wert besser aus, so wurde die eingeschlagene Richtung beibehalten. Die Wissenschaftler verglichen dieses System mit Erfahrungen von Praktikern und kamen zu dem Schluss, dass empirisch ermittelte Vorhersagen genauer sind als klinisch-erfahrungsbasierte Vorhersagen. Allerdings wurde noch keine Software für die klinische Praxis entwickelt, sodass Therapeuten sich nach wie vor mit Entscheidungsmatrizen behelfen müssen, wenn sie den Therapieverlauf abschätzen wollen. ms

Lutz W, Lambert M, Harmon SC, Tschitsaz A, Schürch E, Stulz N: The probability of treatment success, failure and duration – what can be learned from empirical data to support decision making in clinical practice? Clinical Psychology and Psychotherapy 2006; 13: 223–32.
Wolfgang Lutz, Department of Psychology, University of Berne, Muesmattstraße 45,
CH-3012 Berne 9, CH, E-Mail: wolfgang.lutz@ psy.unibe.de
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