ArchivDeutsches Ärzteblatt PP8/2007Zulassungsentzug: Bürokratische Ignoranz
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS In welchem kafkaesken System leben wir eigentlich? Auf der einen Seite gibt es zugelassene Psychotherapeuten, die aus verschiedenen und sicher guten Gründen ihre Tätigkeit in der GKV begrenzen wollen; auf der anderen Seite gibt es junge Psychotherapeuten, die viel Zeit und Geld investiert haben, um in der GKV arbeiten zu können, die bisher aber keinen Zugang dazu bekommen haben.
Nun wird keineswegs überlegt: Wie können wir diese beiden Anliegen, die eigentlich wunderbar zusammenpassen, vereinbaren? Es gibt keine Wertschätzung dafür, dass manche Kollegen Kinder zu betreuen haben oder dem in unserem Beruf rasch drohenden Burn-out entgegenwirken, indem sie während eines Teils ihrer Arbeitszeit einer anderen Tätigkeit nachgehen (beispielsweise in einem Teamzusammenhang, um nicht immer nur vereinzelt zu arbeiten) – was übrigens auch den Patienten sehr zugutekommt.
Vielmehr soll diesen Psychotherapeuten als „warnendes Beispiel“ die Zulassung entzogen werden, um sie daran zu erinnern „ihren Pflichten im System nachzukommen“.
Das ist eine abenteuerliche Mischung aus bürokratischer Ignoranz und diktatorischem Denken, die uns leider schon so lange die Hirnwindungen verkleistert hat, dass wir sie viel zu selten infrage stellen.
Angelika Moser, Gneisenaustraße 64, 10961 Berlin
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema