ArchivDeutsches Ärzteblatt PP8/2007Trichotillomanie: Zusammenhang mit Traumatisierung

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Trichotillomanie: Zusammenhang mit Traumatisierung

PP 6, Ausgabe August 2007, Seite 382

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LNSLNS New Yorker Psychologen haben sich mit den Zusammenhängen zwischen Traumatisierung und Trichotillomanie befasst. Sie analysierten die Lebensgeschichte von 42 Trichotillomanie-Betroffenen im Alter zwischen 17 und 55 Jahren im Hinblick auf traumatische Erlebnisse wie beispielsweise Naturkatastrophen, Unfälle, Missbrauchs- und Gewalterfahrungen. Es zeigte sich, dass 76 Prozent der Teilnehmer mindestens ein traumatisches Erlebnis gehabt hatten. 50 Prozent waren an einem Unfall beteiligt; 38,5 Prozent hatten familiäre Gewalt, Verletzungen und Todesfälle miterlebt; 25,8 Prozent waren als Kind sexuell missbraucht worden, und 23,3 Prozent waren als Erwachsene Opfer sexueller Übergriffe geworden. Bei 19 Prozent der Teilnehmer wurde eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) diagnostiziert. Dieser Anteil lag in der Teilnehmergruppe höher als in der Allgemeinbevölkerung, aber etwas niedriger als in anderen klinischen Gruppen. „Je mehr Traumata die Trichotillomanie-Patienten erlebt hatten, desto länger dauerten die Episoden des Haareausreißens und desto eher wurden Haare aus der Kopfhaut ausgerissen“, berichten die Wissenschaftler. Sie vermuten, dass Traumata einen Stressfaktor darstellen, auf den Personen mit Trichotillomanie-Neigung mit Haareausreißen reagieren, um Stress abzubauen. ms

Gershuny B et al.: Current posttraumatic stress disorder and history of trauma in trichotillomania. Journal of Clinical Psychology 2006; 62 (12): 1521–9.
Beth Gershuny, Department of Psychology, Skidmore College, 815 N. Broadway, Saratoga Springs, NY 12866, E-Mail: gershuny@skidmore.edu
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