ArchivDeutsches Ärzteblatt13/1997Renten: Altersversorgung selbst gestalten

SPEKTRUM: Leserbriefe

Renten: Altersversorgung selbst gestalten

Hahn, Hellmuth

Zu dem Beitrag "Rentenversicherung: Als selbständiger Arzt noch weiter einzahlen?" in Heft 9/1997
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LNSLNS Als "Internistensenior", Jahrgang 1927, habe ich einige Erfahrungen hinsichtlich Altersversorgungen weiterzugeben.
Da die meisten Ärzte nicht fertig gebacken vom Himmel fallen, haben wir alle eine mehr oder weniger längere Klinikausbildung hinter uns, bei der wir versicherungspflichtig gewesen sind. Vor Einsetzen der Ärzteversorgung 1964 in Niedersachsen hatte man keine andere Wahl als die BfA. Wenn man letztere Versicherung weiterführen oder später wieder bei ihr einsteigen will, so bedenke man, daß die Versicherungsbedingungen hier vom Bund, wie bereits mehrfach gehabt, rückwirkend jederzeit zum Nachteil der freiwillig Versicherten geändert werden können: Verkürzung der Ersatz- und Ausfallzeiten, die ein wichtiger Faktor bei der späteren Rentenberechnung sind - Wegfall der bei Rentenbeginn automatisch einsetzenden Versicherung in der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung - die Überschüsse der BfA müssen an die immer defizitäre LVA abgeführt werden - gesetzliche Einführung von Versicherungsleistungen (Kinderrenten der Mütter, Trümmerfrauenrenten, Übernahme der DDR-Renten), die nicht durch Beiträge der Versicherten gedeckt sind, also praktisch einer entschädigungslosen Enteignung der Beitragszahler gleichkommt.
Man kann es auch als einen Vertrauensmißbrauch schlimmster Art verstehen, der privatrechtlich nach dem BGB eine strafbare Handlung darstellen würde.
Zu den Lebensversicherungen ist zu sagen, daß diese gesetzlich gezwungen sind, nur vier Prozent ihrer Gewinne an die Beitragszahler abzuführen, und daß die immer wieder viel gerühmte Steuerfreiheit der ausgezahlten Versicherungssummen nicht ein Verdienst der Lebensversicherer darstellt, sondern Bedingungen sind, die der Gesetzgeber festlegt und jetzt gerade in Frage gestellt hat. Es empfiehlt sich für junge Leute, die Familie haben, lediglich eine Risikoversicherung abzuschließen und sich die Altersversorgung mit Hilfe einer soliden Bank selbst zu gestalten (thesaurierende Papiere). Am sichersten und solidesten sind im Augenblick die berufsständischen Altersversorgungskassen . . .
Dr. med. Hellmuth Hahn, Am Kummerberg 1, 30900 Bissendorf Wedemark
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