ArchivDeutsches Ärzteblatt33/2007Häusliche Betreuung: McPflege stellt Angebot ein

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Häusliche Betreuung: McPflege stellt Angebot ein

Dtsch Arztebl 2007; 104(33): A-2228 / B-1972 / C-1904

Hibbeler, Birgit; afp

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Foto: epd
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Nach heftiger Kritik von Pflegeanbietern und -verbänden hat das Bremer Unternehmen McPflege sein Angebot eingestellt. „Wir sind nicht länger bereit, im Brennpunkt der Diskussion zu stehen“, teilte der Anbieter mit.
Das Unternehmen hatte mit einer 24-Stunden-Betreuung für Hilfsbedürftige ab zwei Euro pro Stunde geworben. McPflege selbst wollte keine Pflegekräfte beschäftigen, sondern den Kontakt zwischen deutschen Kunden und osteuropä-ischen Pflegediensten herstellen. Der Anbieter war daraufhin scharf attackiert worden. Von „moderner Sklaverei“ und einer „McDonaldisierung der Pflege“ war die Rede. Der Deutsche Pflegerat kritisierte, am Beispiel McPflege zeige sich, dass in Deutschland offenbar jeder pflegen dürfe, unabhängig von der Qualität. Der Arbeitgeberverband im Gesundheitswesen forderte die Krankenkassen auf, sich von dem „Preis- und Qualitätsdumping“ des Bremer Vermittlungsdienstes zu distanzieren.
Die gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen teilten mit, sie lehnten den Einsatz preiswerter Pflegekräfte aus Osteuropa nicht generell ab. „Wenn die Qualität stimmt, ist daran für haushaltsnahe Bereiche nichts auszusetzen“, sagte die Sprecherin des Verbandes der Angestellten-Krankenkassen, Michaela Gottfried. Weil diese Leistungen nicht direkt abgerechnet werden könnten, seien die Pflegekassen von solchen Angeboten aber „nicht betroffen“, ergänzte Heinzpeter Mühl, Pflege-Vorstand bei der AOK Bremen.
Nach Überzeugung des Bundesverbandes der Betriebskrankenkassen sind allerdings noch rechtliche Fragen offen. Die Qualität und Arbeitnehmerrechte müssten gewährleistet sein, medizinische Pflege tabu bleiben. Grundsätzlich sei es aber zu begrüßen, wenn neue Anbieter mit frischen Konzepten versuchten, die Versorgung von Pflegebedürftigen zu günstigen Preisen zu verbessern.
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