ArchivDeutsches Ärzteblatt33/2007Doping: Gegen alle ärztliche Ethik
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Sollte das alles gewesen sein, was die deutsche Ärzteschaft zu den unsäglichen Dopingenthüllungen der letzten Wochen, insbesondere zu den massiven Beteiligungen deutscher und anderer europäischer Ärzte zu sagen hat? Zu den erwiesenen, sich über Jahrzehnte hinziehenden Verfehlungen einer der angesehensten universitären Institutionen der Sportmedizin in Deutschland? Kann es mit aufgefrischten, allgemeinen Proklamationen gegen Doping, wie in der letzten Nummer der „Zeitschrift für Sportmedizin“ sein Bewenden haben? Oder ist etwa eine juristische Abhandlung über strafrechtliche Ahndungsmöglichkeiten ärztlicher Dopingvergehen alles, was die Ärzteschaft dazu zu sagen hat? Ist nicht die aktive Beteiligung von Ärzten bei Dopingpraktiken ein massiver Verstoß gegen alle ärztliche Ethik? Und wird nicht die Zielrichtung alles ärztlichen Handelns, nämlich „behandeln, um zu heilen“ geradezu auf den Kopf gestellt, durch „behandeln, um zu manipulieren“, Schädigungen in Kauf nehmend? Fühlt sich die Ärzteschaft nicht berufen, die Fakten beim Namen zu nennen, einen Appell an alle Kolleginnen und Kollegen zu tätigen, und die Öffentlichkeit darüber zu informieren? Oder gilt auch hier bereits das Gesetz der „umerta“?
Dr. Ludger Schilgen, Hittorfstraße 46,
48149 Münster
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