ArchivDeutsches Ärzteblatt13/1997Heilmittel: Behandler qualifizieren

SPEKTRUM: Leserbriefe

Heilmittel: Behandler qualifizieren

Riede, Detlev

Zu der Grafik "Heilen ohne Pillen", Heilmittelausgaben nach Leistungserbringern im Jahr 1995, in Heft 6/1997
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LNSLNS Am 6. November 1996 trat die Budgetierung der Heilmittel in Kraft, die zu dem genannten Einbruch in der Verordnung von Physiotherapiemitteln führte und die Existenz von Physiotherapiepraxen bedroht. Die vorliegende Statistik von 1995 zeigt eine fast siebenmal höhere Summe der Heilmittelausgaben in den alten Bundesländern, die nicht mit der Bevölkerungszahl zu erklären ist. 1995 bestand in den neuen Bundesländern weder eine Über- noch eine Unterversorgung mit Physiotherapiemitteln.
Wäre nicht eine einfache Erklärung dieser Statistik, daß in den neuen Bundesländern seit Jahrzehnten das Fach Physiotherapie an den Universitäten Lehr- und Prüfungsfach war? Diese obligatorische und umfassende Ausbildung erfolgte in den alten Bundesländern in diesem Fach nicht, und seit 1994 wird weder in den alten Bundesländern noch in den neuen Bundesländern die physiotherapeutische Rezeptierkunst obligatorisch gelehrt.
Nach der vorliegenden Statistik wurden 1995 in den neuen Bundesländern offensichtlich die Heilmittel sachgerecht und ökonomisch verordnet. Es ergibt sich demnach die Forderung, die Behandlung zu qualifizieren und nicht die Methode zu disqualifizieren und zu budgetieren.
Prof. Dr. med. Detlev Riede, Deutsche Gesellschaft für Physikalische Medizin und Rehabilitation, Ernst-GrubeStraße 40, 06120 Halle Prof. Dr. med. Detlev Riede
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