ArchivDeutsches Ärzteblatt33/2007Vaterverlust: Zu wenig beachtet
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Der wahrscheinlich viel zu wenig beachtete Artikel von Prof. Petri über das seelische Trauma des Vaterverlusts im Kindesalter bedarf einer ausdrücklichen Unterstreichung auch aus kinder- und jugend-
ärztlicher Sicht. Erfreulicherweise sieht man manchmal auch Väter in der Praxis, die ihre Kinder zur Vorsorge bringen oder die Mütter in der Betreuung beim Arzt vertreten. Gerade auch solche Unternehmungen fördern die Vater-Kind-Bindung (der Vater umsorgt das Kind und bietet damit eine neue Vertrauensbasis) und beschleunigen den Loslösungsprozess aus der festen Mutter-Kind-Bindung. Es geht also nicht nur um das explorative, die Welt erkundende Element in der Vater-Kind-Beziehung, sondern ausdrücklich auch um ihren emotionalen Aspekt. Die Loslösung aus dem festen, emotionalen Band der Mutter-Kind-Dyade gelingt nicht nur auf dem Weg eines völlig gegenteiligen, inhaltlichen Beziehungsangebots durch den Vater, sondern vor allem auch auf dem Boden einer erweiterten emotionalen und sozialen Sicherheit. Ich glaube, dieser Punkt wird noch immer viel zu wenig in unserer Gesellschaft berücksichtigt. Denn gerade auch der Mangel in der emotionalen Beziehung zum Vater legt den Keim zu einer Verunsicherung des Selbst. Erschreckend ist, wie wenig sich die Männer, als Väter, dieser Bedeutung für ihre Kinder bewusst sind, und wie schnell sie sich oft – auch aus diesem Mangel heraus – ihrer Verantwortung für das Kind entziehen.
Dr. med. Rüdiger Posth,
Altenberger-Dom-Straße 113,
51467 Bergisch-Gladbach
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