ArchivDeutsches Ärzteblatt33/2007Kulturkalender: Ein leuchtender Kunstsommer

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Kulturkalender: Ein leuchtender Kunstsommer

Dtsch Arztebl 2007; 104(33): A-2293

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Foto: Ho/Staatliche Museen zu Berlin
Foto: Ho/Staatliche Museen zu Berlin
Alle vier Wochen stellt das Deutsche Ärzteblatt eine Auswahl von herausragenden Ausstellungen vor, die Sie nicht verpassen sollten.


Berlin/München
bis 1. Oktober/26. Oktober bis
27. Januar 2008:
Königsgräber der Skythen
Die Skythen, kriegerische nomadisierende Reitervölker, beherrschten zwischen 700 und 200 vor Christus mit der eurasischen Steppe ein auch nach heutigen Maßstäben schier unermessliches Gebiet, das vom Schwarzen Meer bis zum Altai-Gebirge reichte. Doch sie waren mehr als nur erfolgreiche Kämpfer. Als Handelspartner versorgten sie zeitweise ganz Griechenland mit Getreide und waren als Lieferanten begehrter Metalle, vor allem Gold, berühmt. Rund 6 000 zum Teil außergewöhnliche Objekte führen die Welt dieser kultivierten Krieger vor Augen. Neben den Goldschätzen stehen insbesondere die Totenrituale im Mittelpunkt, die das Volk für seine Führerschicht betrieb. Viele der Exponate wurden bei Ausgrabungen entdeckt, die das Deutsche Archäologische Institut und die Staatliche Eremitage St. Petersburg von 2000 bis 2003 gemeinsam unternahmen. Die Schau wandert von Berlin nach München.
Martin-Gropius-Bau, Niederkirchnerstraße 7/Ecke Stresemannstraße 110, täglich 10–20 Uhr, Di. geschlossen;
Kunsthalle München, Theatinerstraße 8, täglich 10–20 Uhr

DÜSSELDORF
bis 6. Januar 2008:
Hiroshi Sugimoto – Retrospektive
Seit 30 Jahren schafft der japanische
Fotokünstler Hiroshi Sugimoto, der seit 1974 in den USA lebt, Bildserien in kargem Schwarz-Weiß – eigenwillige Meditationen, die die Fotografie aus ihrer Realitätsverpflichtung lösen und sie zu einer künstlerischen Reflexion über Zeit, Vergänglichkeit und Erinnerung machen. Sugimoto arbeitet mit einer alten Großbildkamera des ausgehenden 19. Jahrhunderts, überschreitet jedoch zunehmend auch die medialen Grenzen der Fotografie.
K20 Kunstsammlung, Grabbeplatz 5, Di.–Fr. 10–18, Sa./So. 11–18 Uhr

KÖLN
18. August bis 4. November:
Balthus – Aufgehobene Zeit
Die erste Einzelausstellung des französischen Malers Balthus (1908–2001) in Deutschland: Mit rund 70 Gemälden und Zeichnungen aus den Jahren 1932 bis 1960 wird das Werk des als Sonderling geltenden Künstlers präsentiert, der mit altmeisterlichen Maltechniken arbeitete und zeitgenössischen Tendenzen distanziert gegenüberstand. Während die abstrakte und die surrealistische Malerei ihren Höhepunkt erlebten, ließ sich Bal-
thasar Klossowski, so sein Geburtsname, durch das italienische Quattrocento und den französischen Klassizismus inspirieren. Gleich seine erste Ausstellung 1934 in Paris löste einen Skandal aus: Denn die Gemälde zeigten zwar traditionelle Motive wie Straßenszenen oder ein Mädchen am Fenster, galten aber als provokant-erotisch.
Museum Ludwig, Bischofsgartenstraße 1, Di.–So. 10–18, jeden ersten Freitag im Monat 10–22 Uhr

Münster
bis 30. September:
Skulptur Projekte 07
Ein Kunstsommer, wie er nur alle zehn Jahre vorkommt: Zeitgleich mit der Biennale in Venedig und der documenta in Kassel finden zum vierten Mal die Skulptur Projekte Münster statt. Die internationale Großausstellung lädt seit 1977 im zehnjährigen Rhythmus Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt ein, ihre Werke in der Stadt entstehen zu lassen. In diesem Jahr präsentieren die Kuratoren Prof. Kasper König vom Museum Ludwig in Köln und Dr. Brigitte Franzen vom Westfälischen Landesmuseum in Münster 34 Arbeiten, die über die ganze Stadt verteilt sind. Diese sollen ausloten, wie sich Skulpturen im öffentlichen Raum positionieren und diesen verändern können. Informationen unter anderem zum umfangreichen Rahmenprogramm (Führungen, Vorträge, Künstlergespräche und Lesungen) sowie einen Lageplan der ausgestellten Objekte zum Download gibt es auf der Homepage: www.skulptur-projekte.de.
LWL-Landesmuseum für Kunst und
Kulturgeschichte, Domplatz 10



Foto: DLR
Foto: DLR
Der besondere Tipp

Kunstwerke der Natur
Anmutig liegt die Erde im dunklen Raum. Magisch schön schlängeln sich die Arme des Flusses Kaladan durch Myanmar/Burma (Foto). Noch bis zum 2. Dezember präsentiert das Gasometer Oberhausen, Europas höchste Ausstellungshalle, 58 großformatige Satellitenbilder der Erde. Sie werden etwa beim Umwelt-Monitoring oder der Katastrophenhilfe genutzt. So konnten nach dem Tsunami Ende 2004 schnell aktuelle Landkarten erstellt werden, die den Hilfskräften Orientierung während des humanitären Einsatzes boten. Obwohl vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) ursprünglich für Wissenschaftszwecke erstellt, wurden die Exponate rein nach ästhetischen Gesichtspunkten ausgewählt – ein faszinierender Perspektivwechsel.
„Das Auge des Himmels“: Gasometer Oberhausen (am CentrO), Am Grafenbusch 90, Di.–So. 10–18 Uhr
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