ArchivDeutsches Ärzteblatt33/2007Software: Hausärzte vernetzen sich

TECHNIK

Software: Hausärzte vernetzen sich

Dtsch Arztebl 2007; 104(33): A-2297

Krüger-Brand, Heike E.

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LNSLNS Mit einem eigenen Kommunikationsnetz und einer speziellen Software zum Vertragsmanagement wollen die Hausärzte die Kommunikation vorantreiben. Dazu kooperieren die Hausärztliche Vertragsgemeinschaft eG (HÄVG) und die Intercomponentware AG (ICW): Das gemeinsame Tochterunternehmen HÄVG Software GmbH soll die Hausärzte mit der neu entwickelten Kommunikations- und Dokumentationssoftware „Hausarzt+“ ausstatten und das Online-Hausärztenetz aufbauen und betreiben. Das Hausärztenetz soll die Abläufe und die Wirtschaftlichkeit von Einschreibemodellen, Hausarztverträgen und Verträgen zur integrierten Versorgung optimieren. Das Netz soll nicht nur Hausärzten offenstehen, sondern grundsätzlich von allen Akteuren des Gesundheitswesens zum Austausch medizinischer Informationen genutzt werden können, um die Durchführung solcher Verträge zu vereinfachen. Dabei lassen sich über die elektronische Gesundheitsakte LifeSensor von ICW auch die Patienten in den medizinischen Datenfluss mit einbeziehen.
Mit der Software Hausarzt+ können die Netzteilnehmer zusätzlich zu Abrechnungsinformationen und Teilnahmedokumentationen auch medizinische Daten online übermitteln. So lassen sich nicht nur die Verträge zur integrierten und zur hausarztzentrierten Versorgung des Hausärzteverbands elektronisch verwalten und abrechnen. Auch die IT-gestützte Durchführung von Disease-Management-Programmen (eDMP) ist möglich. Weil die Software an viele bestehende Praxisverwaltungssysteme angebunden werden kann, muss für die Nutzung des Hausärztenetzes die vorhandene Praxissoftware in der Regel nicht ausgetauscht werden. Lauffähig ist sie auf Betriebssystemen ab Windows 2000. Die Lösung ist mit den Vorgaben der für die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte zuständigen Betriebsgesellschaft gematik kompatibel.
Auch Ärzte, die noch nicht online sind, können die Software nutzen. Sie erhalten einmal je Quartal ein Update und können ihre Daten zum Beispiel per Abrechnungsrezept übermitteln. Die Software soll – nach einer im Juli 2007 begonnenen Pilotphase – jedem onlinefähigen Nutzer für rund 15 Euro monatlich zur Verfügung stehen (rund 24 Euro bei Nutzung des Quartalsupdates per CD-ROM).
Eberhard Mehl, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Hausärzteverbands und Vorstandssprecher der HÄVG, ist überzeugt: „Das Online-Hausärztenetz und die Kommunikationssoftware Hausarzt+ werden dazu beitragen, dass Hausärzte ihre Lotsenfunktion im Gesundheitswesen transparent und bürokratiearm wahrnehmen können. Die Kommunikationssoftware macht die Handhabung von Hausarztverträgen praxistauglich.“ Die HÄVG hat auf Landesebene bereits mit verschiedenen Primärkassen Verträge zur hausarztzentrierten integrierten Versorgung geschlossen. Bundesweit geltende Integrationsverträge bestehen mit der Barmer und der Deutschen BKK. Der Beitritt zu diesen Verträgen steht allen Hausärzten offen (www.hausaerzteverband.de). KBr
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