ArchivDeutsches Ärzteblatt33/2007Erfolgreich bewerben: Die Perspektive des Personalentscheiders einnehmen

BERUF

Erfolgreich bewerben: Die Perspektive des Personalentscheiders einnehmen

Dtsch Arztebl 2007; 104(33): [186]

Letter, Karin; Letter, Michael

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LNSLNS Es ist wohl jedem klar, dass die Ärztin/der Arzt der Bewerbung die gesammelten Zeugnisse in Kopie beilegen muss und dass ein Lichtbild nicht fehlen darf. Aber muss auch das außergewöhnliche Hobby aufgelistet werden?

Wer seine Bewerbungsunterlagen zusammenstellt, sollte bedenken, nach welchen Kriterien sie von der Personalabteilung geprüft werden. Die professionelle Bewerbung beginnt deshalb bereits beim Studium der Stellenanzeige.
Die Ärztin/der Arzt achtet darauf, welches Anforderungsprofil in der Anzeige deutlich wird und welche Qualifikationen und Kompetenzen der potenzielle Arbeitgeber erwartet oder voraussetzt. So erhält man Informationen darüber, welche seiner Ausbildungsinhalte, Tätigkeitsschwerpunkte und außerberuflichen Aktivitäten im Bewerbungsschreiben in den Mittelpunkt gerückt werden müssen. Bei Kliniken und Praxen, die ihre Anforderungen äußerst detailliert beschreiben, steht zu erwarten, dass die Bewerbungsunterlagen mit einem bestimmten Profil abgeglichen werden. Der Arzt verdeutlicht daher: „Ich erfülle Ihre Anforderungen, und zwar weil . . .“
Die Bewerbungsunterlagen
Wenn das Anforderungsprofil der Stelle aus dem Anzeigentext nicht klar hervorgeht, muss sich der Arzt die Informationen anderweitig beschaffen. Dann kann er sich telefonisch beim Krankenhaus erkundigen oder unter Kollegen nachfragen, ob dort etwas über die Stelle bekannt ist. Diese Informationsbeschaffung ist noch bedeutsamer bei Initiativbewerbungen.
Stets gilt: Die Bewerbungsunterlagen müssen so weit wie möglich auf die Bedürfnisse des Arbeitgebers zugeschnitten sein. Bei der Zusammenstellung der Unterlagen ist darauf zu achten, es dem Empfänger so einfach wie möglich zu machen.
Dazu gehören:
- Positiver optischer Eindruck. Ist der Umschlag zerrissen, falsch frankiert oder unleserlich beschriftet, beschäftigt sich der Personalverantwortliche gar nicht erst mit den Unterlagen. Äußerlichkeiten wie Umschlag oder Papier und Erscheinungsbild der Bewerbung lassen Rückschlüsse zu, wie ernst es dem Bewerber ist.
- Vollständige Bewerbungsunterlagen. Anschreiben, Lebenslauf, Bewerbungsfoto und Kopien aller Zeugnisse, Praktika, Berufsabschlüsse, Fort- und Weiterbildungszertifikate sind Pflicht.
- Lesefreundlichkeit. Das Anschreiben vermittelt dem Personalverantwortlichen einen ersten Eindruck. Hier sind der Sinn und das Gefühl für das Wesentliche – bezogen auf die Position – gefragt.
- „Vernetzung“ von Anschreiben und Unterlagen. Die im Anschreiben genannten Schlüsselbegriffe müssen im Lebenslauf und in den Zeugnissen belegt werden. Beispiel: In der Positionsbeschreibung wird die Teamfähigkeit als relevant bezeichnet. Der Arzt stellt sie im Anschreiben heraus und belegt sie durch den Nachweis entsprechender Tätigkeiten in Studium und Praktika.
- Kompetenzvielfalt. Der Personaler setzt die Fachkompetenz des Arztes voraus. Interessant für ihn ist: Über welche sozialen und emotionalen Fähigkeiten verfügt der Bewerber? Dies wird er später im Einstellungsgespräch ansprechen: „Arbeiten Sie lieber allein oder mit anderen zusammen?“ oder „Wo sehen Sie sich beruflich in drei oder fünf Jahren?“ Der Arzt überlegt jedoch, wie er bereits in der Bewerbung Verhaltenskompetenzen wie Arbeits- und Eigenmotivation, Engagement, Teamfähigkeit, Zielorientierung, Stressverhalten, Entscheidungsverhalten oder Loyalität nachweist.
Das Foto zählt
Entscheidend ist der Gesamteindruck, den die Unterlagen hervorrufen. Bestimmte Aspekte verdienen jedoch besondere Aufmerksamkeit. So betrachten die meisten Personalentscheider zunächst einmal das Foto der Ärztin/des Arztes, bevor sie die Unterlagen durchgehen. Professionelle Fotos sind daher Pflicht. Angemessene Kleidung, offenes Lächeln, aktuelles Foto und zumindest Passbildgröße – das sind die Standards.
Im Anschreiben steht der Nutzen im Vordergrund – den zum Beispiel die Klinik hat, wenn es den Arzt einstellt. Die Nutzenargumentation bildet daher im Anschreiben einen Schwerpunkt. Als Schlusssatz eignet sich eine Formulierung wie: „Habe ich Ihr Interesse geweckt? Dann freue ich mich über ein persönliches Gespräch mit Ihnen.“
Bleibt die Frage, ob der Arzt Auskunft zu Hobbys und außerberuflichem Engagement geben soll. Manche Personaler lesen diese Ausführungen nie. Allerdings sind gerade die Hobbys oft ein Hinweis auf die Motivationsstruktur des Bewerbers. Und sie erlauben die Einschätzung, ob ein Bewerber eher ein Einzelkämpfertyp oder ein Teamarbeiter ist. Trotzdem: Die sachliche Tätigkeitsbeschreibung der Aktivitäten, die mit der Position zu tun haben, sollte im Zentrum jeder Bewerbung stehen.
Karin und Michael Letter
E-Mail: info@5medical-management.de
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Avatar #701243
merleberlin
am Mittwoch, 22. Juli 2015, 15:34

Lieben Dank

für den tollen Beitrag! Hat mir sehr bei meiner Stellensuche geholfen. Vor allem auch der Hinweis mit dem richtigen Gesamteindruck. Hab mich für meine Bewerbung noch an der Gestaltung wie bei www.designlebenslauf.de und monster.de orientiert und es hat mit einer Stelle als FÄ geklappt.

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