ArchivDeutsches Ärzteblatt34-35/2007RANDNOTIZ: Der Kater, der den Tod riecht

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RANDNOTIZ: Der Kater, der den Tod riecht

Dtsch Arztebl 2007; 104(34-35): A-2309 / B-2045 / C-1977

Hibbeler, Birgit

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LNSLNS Wenn Oscar auf Visite geht, dann hat er keine guten Nachrichten. Nur die hoffnungslosen Fälle interessieren ihn. Die anderen Zimmer lässt er aus. Oscar fühle sich nicht sonderlich zu Menschen hingezogen, halte eher Distanz, berichten die Mitarbeiter der Einrichtung, in der er seine Rundgänge macht.
Oscar – das ist ein grau-weißer Kater, zwei Jahre alt, der in einem Pflegeheim im US-amerikanischen Providence lebt. Dort verblüfft er mit außergewöhnlichen Fähigkeiten. Er kann den Tod von Bewohnern voraussagen. Wenn er sich neben einen Patienten legt, dann bedeutet das: Der alte Mensch hat nur noch wenige Stunden zu leben (N Engl J Med 2007; 357: 328–9).
Oscars Prognose war bislang immer korrekt – mittlerweile in 25 Fällen. Auf seiner Runde geht er von Zimmer zu Zimmer, riecht an den Bewohnern und beobachtet sie. Das Pflegepersonal ist dazu übergegangen, die Angehörigen zu verständigen, wenn Oscar sich zu einem Patienten legt. Denn in der Regel stirbt der Betreffende innerhalb von vier Stunden. Wie genau Oscar das schafft, bleibt sein Geheimnis.
Oscar ist nicht der Sensenmann in Gestalt einer Katze. Seine Erscheinung hat nichts Gruseliges. Als kleines Kätzchen kam er in die Einrichtung, nach sechs Monaten fiel auf, dass er seine eigenen Runden drehte. Nun scheint er einfach nur seine Arbeit zu machen – ohne Angst und Schrecken zu verbreiten. Die Patienten sind zu krank, um ihn zu registrieren, und verfallen nicht in Panik, wenn er sich zu ihnen legt. Die Angehörigen sind dankbar, dass sie rechtzeititg benachrichtigt werden, um Abschied zu nehmen. Und wenn niemand kommt, ist zumindest Oscar schon mal da.
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