ArchivDeutsches Ärzteblatt34-35/2007Kniegelenke: 47 Prothesen falsch eingesetzt

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Kniegelenke: 47 Prothesen falsch eingesetzt

Dtsch Arztebl 2007; 104(34-35): A-2310 / B-2046 / C-1978

Zylka-Menhorn, Vera

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LNSLNS Im katholischen St. Hedwig-Krankenhaus in Berlin-Mitte sind 47 Patienten zwischen Mai 2006 und März 2007 Kniegelenksprothesen falsch implantiert worden. Die Chirurgen und OP-Krankenschwestern waren davon ausgegangen, dass sie Prothesen einsetzen, die nicht mit Knochenzement fixiert werden müssen. Tatsächlich wurden jedoch zementpflichtige Komponenten ohne den erforderlichen Knochenzement eingesetzt. Eine ausreichende Verankerung der künstlichen Gelenke ist deshalb nicht gewährleistet.
Aufgefallen war der Fehler, als die amerikanische Prothesenfirma Smith & Nephew plötzlich zusätzliche farbige Aufkleber in deutscher Schrift auf den Verpackungen anbrachte und zwar „CS zementfrei“ mit rotem Aufkleber und „CR zementpflichtig“ mit blauem Aufkleber. Erst da fiel der Berliner Klinik auf, dass zementpflichtige Prothesen im OP-Fach für zementfreie Prothesen einsortiert und offenbar falsch eingesetzt worden waren. Beim Einsortieren hatte das Berliner Klinikpersonal die englischsprachige Aufschrift „Non-Modular Cemented“ („ohne Schaft zementieren“) falsch als „zementfrei“ übersetzt. Der Berliner Rechtsanwalt Andreas Schulz, der nach eigenen Aussagen mehrere der Betroffenen vertritt, hat bei der Staatsanwaltschaft Strafanzeige gegen die Klinik und den Hersteller beantragt. zyl
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