ArchivDeutsches Ärzteblatt13/1997Pharma: Angst vor kombinierten Budgets

POLITIK: Aktuell

Pharma: Angst vor kombinierten Budgets

Jachertz, Norbert

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LNSLNS "Strukturverträge", wie sie der Entwurf des 2. GKV-Neuordnungsgesetzes (NOG) vorsieht, lehnt der Verband Forschender Arzneimittelhersteller (VFA) entschieden ab. § 73 a sieht vor, daß regional Verträge über neuartige Versorgungsformen geschlossen werden können. Die neue Hauptgeschäftsführerin des Verbandes, Cornelia Yzer, wandte sich in einem Pressegespräch zwar nicht gegen modellhafte Versuche mit neuen Formen der (ambulanten) ärztlichen Versorgung. Sie verlangte aber, solche Versuche müßten wissenschaftlich begleitet werden, erst danach dürfe über eine endgültige Etablierung entschieden werden.
Hinter den Bedenken stehen im wesentlichen Ängste vor den sogenannten kombinierten Budgets, bei denen ärztliches Honorar sowie veranlaßte Leistungen, insbesondere Verschreibung von Arzneimitteln, zusammengefaßt werden. Frau Yzer wandte sich dezidiert gegen eine solche Koppelung, mit denen das ärztliche Honorar zu Lasten der Arzneiverordnungen aufgebessert werden könne. Dadurch werde, so Yzer, das Vertrauensverhältnis zwischen Patient und Arzt gestört.
Anfreunden kann sich der VFA hingegen mit der Ablösung der Arzneimittelbudgets durch Richtgrößen sowie mit der Erhöhung der Zuzahlungen. Der VFA bekräftigte seine Ablehnung der Arzneimittelbudgets und erinnerte einmal mehr an sein Modell einer dreigestuften Zuzahlungsregelung. Doch mit den Richtgrößen kann man offenbar leben, zumal man sich durch Verhandlungen mit dem Bundesausschuß der Ärzte und Krankenkassen Ergebnisse erhofft, die letzten Endes dem VFA-Modell nahekommen könnten. Generell erwartet Frau Yzer eine partnerschaftliche Beteiligung der Pharmaindustrie. Die Hersteller seien an solchen Entscheidungen zu beteiligen, die sie beträfen. NJ
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