ArchivDeutsches Ärzteblatt34-35/2007Alfred Döblin: Anmerkungen
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Vielen Dank für den interessanten Artikel über das Leben des Schriftstellers und Arztes Alfred Döblin (1878–1957) . . . Döblin konnte nicht wählen zwischen einem Leben als Schriftsteller und einem Leben als Arzt, denn er war beides und liebte beide Betätigungen. Zwar schrieb er einst „Ich versichere: Ich werde, wenn die Umstände mich drängen, eher, lieber und von Herzen die Schriftstellerei in einer geistig refraktären und verschmockten Zeit aufgeben als den inhaltsvollen, anständigen, wenn auch sehr ärmlichen Beruf eines Arztes“, doch in Wahrheit blieb er sein Leben lang ein Schreibender, selbst dann noch, als er den Arztberuf schon lange hatte aufgeben müssen. Es kann nicht ohne Weiteres davon gesprochen werden, er habe sich mehr als Arzt denn als Schriftsteller gefühlt. Auch nannte er selbst als Grund für seine Entscheidung, Medizin zu studieren, den Wunsch, Philosophie zu treiben: „Später, um die zwanzig, wollte ich Philosophie treiben und wissen, was die Welt im Innersten zusammenhält. Und habe dazu Medizin studiert.“ Er nutzte, wie er selbst sagte, seine medizinische Erfahrung, um literarisch zu schaffen. Dies schmälert zwar in keinster Weise die Bedeutung, die die Ausübung des ärztlichen Berufs für ihn hatte und auch nicht seine Fähigkeiten, doch kann eine Trennung des Arztes vom Schriftsteller oder eine unterschiedliche Bewertung der beiden Lebensbereiche Döblins nicht nachvollzogen werden. Zum anderen wird inzwischen allgemein angenommen, der Sohn Wolfgang habe sich am 21. Juni 1940 selbst das Leben genommen. Somit war er zwar ein Opfer des Krieges, gefallen im eigentlichen Sinn ist er nicht. Trotz dieser beiden kleinen Anmerkungen bedanke ich mich sehr für den Artikel über Döblin!
Literatur bei der Verfasserin
Hannah Dendorfer, Milbertshofenerstraße 68, 80807 München
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