ArchivDeutsches Ärzteblatt34-35/2007Approbationsordnung: Gehetzte PJ-Studenten

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Approbationsordnung: Gehetzte PJ-Studenten

Dtsch Arztebl 2007; 104(34-35): A-2338 / B-2069 / C-2001

Bachert, Roland

Jungmediziner gehen ohne Prüfung ins PJ (DÄ 24/2007: „Medizinstudium: Alte Missstände aufgedeckt“ von Dr. med. Birgit Hibbeler).
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Alle Energie sollte in die Förderung der ärztlichen Ausbildung investiert werden, insbesondere die praktische Ausbildung ist aber nur dann wirklich erfolgreich, wenn ein großer theoretischer Unterbau besteht. Das sehe ich zurzeit nicht, im Gegenteil: Die PJ-Studenten der jüngsten Generation erscheinen mir vom ersten Tag des PJs an gehetzt und unkoordiniert, da sie verzweifelt versuchen, sich auf das Hammerexamen vorzubereiten. Das Maß an Motivation, das die Studenten dringend nötig haben, verpufft im täglichen Scheitern, Struktur in die eigene Ausbildung zu bekommen und bei dem – gefühlt – stündlichen Blick auf die Uhr, bei dem man feststellt, man müsse eigentlich längst am Schreibtisch sitzen. Als Weiterbildungsassistent in der Anästhesie sehe ich regelmäßig Studenten in ihrem Wahlfach mit schwindendem Interesse für das Wesentliche in der Medizin: Wissbegierde und klinische Beobachtung. Das angloamerikanische Prinzip „see one, do one, teach one“ muss hier als „see none, do as much nothing as possible, teach – what?“ übersetzt werden; dabei dürfen wir aber nicht vergessen, dass der Fisch vom Kopf her stinkt, die Auszubildenden haben genug mit dem Fraß zu schaffen, der ihnen vorgesetzt wird.
Roland Bachert, Burscheider Straße 106 B I,
51381 Leverkusen
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