ArchivDeutsches Ärzteblatt36/2007RANDNOTIZ: Depressive Pechvögel

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RANDNOTIZ: Depressive Pechvögel

Dtsch Arztebl 2007; 104(36): A-2374 / B-2101 / C-2033

Klinkhammer, Gisela

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LNSLNS Es gibt Menschen, die ziehen das Unglück geradezu an. Wenn sie das Auto stehen lassen, um einen Stau zu vermeiden, hat die Bahn unter Garantie Verspätung. Wenn sie Fußball spielen, fliegt ihnen der Ball ins Gesicht. Wenn sie eine Prüfung absolvieren, wird ausgerechnet der Stoff abgefragt, den sie nicht gelernt haben. Die niederländische Bewegungswissenschaftlerin Ellen Visser von der Universität Groningen hat jetzt die Häufigkeit von Unglücksfällen untersucht. Das Ergebnis: Es gibt wirklich Menschen, die mehr Pech haben als andere. Visser wertete 79 Studien aus, in denen Missgeschicke von 147 000 Menschen aus 15 Ländern untersucht wurden, und stellte fest, dass einer von 29 Menschen häufiger Missgeschicke erfährt als andere. Dass man nicht allein ist mit dem Schicksal, das Unglück anzuziehen, ist ja durchaus tröstlich. Visser zog aber auch weitergehendere, nicht besonders aufbauende Schlussfolgerungen. Die vom Pech Verfolgten würden nämlich mehr rauchen, hätten weniger Bewegung und häufig Übergewicht. Doch es kommt noch schlimmer. Visser stellte nämlich außerdem fest, dass die Unglücksraben „mehr Stimmungs- und Angststörungen und auch einen mehr selbstdestruktiven Lebensstil haben“. Auch wenn das Ergebnis ihrer Studie noch nicht offiziell vorliegt, steht für die Wissenschaftlerin fest, dass Bruchpiloten (wie sie die Pechvögel bezeichnet) häufig suizidgefährdet sind. Es gibt glücklicherweise aber auch fröhliche „Bruchpiloten“. Viele alltägliche Missgeschicke kann man schließlich auch mit Humor nehmen, ohne in Depressionen zu verfallen. Und für genügend Geprächsstoff sorgen die Vorkommnisse oft ebenfalls.
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